Das Einkaufswagen-Mysterium

Stellen Sie Ihren Einkaufswagen nach Gebrauch in die längste oder kürzeste Schlange? In "Geschichten aus dem Einzelhandel" geht es dieses Mal um eine immer länger werdende Reihe von Einkaufswagen auf dem Supermarkt-Parkplatz und die Frage, wie diese bis ins Unermessliche wachsen kann.

Eine Meinung von Julia-Marie Schüßler

23.07.2022 0 Kommentare 3 Likes
Eine Reihe von Einkaufswagen.

Eine Reihe von Einkaufswagen. Foto: 652234 – pixabay.com

Ewig gleiches Szenario: Freitagabend, Kühlschrank leer, Toilettenpapier leer, Einkauf notwendig. Je nach dem, nach welchem Einkaufserlebnis mir am jeweiligen Freitag der Sinn steht, geht es zu Aldi, Rewe oder manchmal auch Kaufland. Gerne etwas mit großem Parkplatz – denn der große Wocheneinkauf muss ja auch irgendwie nach Hause transportiert werden. Meine körperlichen Kapazitäten sind hier leider begrenzt.

Die unendliche Einkaufswagen-Schlange

Man parkt, steigt aus dem Auto aus, sucht nach einem Chip oder Geldstück für den Einkaufswagen. Denn auch an dieser Stelle: Einkaufskörbe bieten für einen großen Einkauf oftmals nicht ausreichend Kapazität. Dann geht es also zu den Einkaufswagen. Für diese gibt es oftmals eine Abstellmöglichkeit nahe der Parkflächen. Bestenfalls ist diese sogar überdacht – nasse Einkaufswagen machen nämlich auch die gekaufte Ware direkt wieder nass. In zwei bis drei Reihen stehen die Einkaufswagen nun also da und warten darauf, in Gebrauch genommen zu werden.

Ich habe es nun schon häufiger erlebt, dass eine der zwei bis drei Schlangen, bis auf den Parkplatz reichte. Leute haben immer weiter ihre Einkaufswagen in ein und die selbe Reihe geschoben, sodass sie Autos und Fußgänger auf dem Parkplatz behinderte. Das Supermarkt-Personal hat natürlich auch nicht fortwährend die Möglichkeit, die Einkaufswagen neu zu sortieren.

Einkaufswagen können auch alleine sein

Ich frage mich, wieso das überhaupt passiert? Ist das ein psychischer Mechanismus, der uns dazu verleitet, etwas dort abzustellen, wo bereits viel steht? Weil viele dies gemacht haben, muss ich das auch tun? Viel hilft viel sozusagen?

Antworten auf all diese Fragen habe ich bisher nicht gefunden. Ich habe nur für mich entschieden: Mein Einkaufswagen fühlt sich auch dort wohl, wo wenige stehen. Er wird auch so ein Gefühl von Gruppenzugehörigkeit erlangen, wird sich auch mit seinen Nachbarn austauschen können. Ich achte nun darauf, ihn immer in der kürzesten Schlange wieder abzugeben. Vielleicht erspare ich so den Supermarkt-Mitarbeitern zumindest etwas Arbeit.

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