Das Super-Holz

Nachhaltigkeit ist das aktuelle Top-Thema, wo man auch hinschaut- oder liest. Und der Bambus hat hier ein entscheidendes Wörtchen mitzureden: Insbesondere im Küchenbau ist er als neue Rohstoff-Ikone auf dem Vormarsch. liv.biz erklärt, warum Bambus so unglaublich nachhaltig ist.

02.04.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 2 Likes
Bambus ist ein besonders nachhaltiger Rohstoff, der jetzt auch Einzug in die Küchenwelt hält.

Bambus ist ein besonders nachhaltiger Rohstoff, der jetzt auch Einzug in die Küchenwelt hält. Foto: stevepb – pixabay.com

Vergessen Sie Superfood, jetzt kommt Supernonfood! Gemeint sind nicht etwa Wundercremes oder ein Allzweck-Putzmittel, was auch geschmolzenes Plastik von der Herdplatte entfernt. Nein, in der Küche sind wir allerdings schon einmal richtig: Es geht um Bambus – den neuesten Trend in der Küchenwelt.  

Warum ist Bambus so nachhaltig?

Bambus rund um Herd und Kühlschrank sieht klasse aus, fühlt sich super an, ist robust und ist ganz nebenbei einer der nachhaltigsten Rohstoffe überhaupt. Denn Bambus wächst buchstäblich wie Unkraut. Das ist auch kein Wunder, handelt es sich doch nicht um echtes Holz (wie die oftmals verwendete Bezeichnung „Bambusholz“ vermuten lässt), sondern um verholzende Süßgräser. Drei bis 30 Zentimeter pro Tag verleihen dem Bambus den Titel „schnellwachsende Pflanze“, manche Arten können schon nach vier Wochen ausgewachsen sein. Somit ist er in Zeiten des Klimawandels die perfekte Alternative zu Baumholz – was mitunter Jahrzehnte zum Wachsen braucht und vielleicht auch besser für die Sauerstoff-Produktion oder tierischen Lebensraum geeignet ist. 

Bambus in der Küche

Und Bambus hat noch eine Bonus-Eigenschaft, die in der Küche besonders wichtig ist: Da es sich eben um Gräser handelt, besitzt der Bambus eine glatte Oberfläche. Somit können Arbeitsplatten, Schränke oder Böden aus dem Supernonfood leicht gereinigt werden, Keime haben keine Chance sich festzusetzen. Außerdem ist Bambus durch diese besondere Struktur besonders unempfindlich gegenüber Nässe – gerade bei Spülschränken besonders wichtig. 

Doch bei den ganzen Vorteilen hat Bambus natürlich auch Nachteile. Was Bambus auf der einen Seite robust und unempfindlich macht, erschwert auf der anderen Seite seine Verarbeitung: die hohe Härte des Rohstoffs. Hinzukommend ist Bambus keine einheimische Pflanze, weswegen lange Transportwege aus Asien seine Umweltbilanz verschlechtern. Der notwendige Import der Gräser lässt sich weiterhin auch am Preis erkennen: Bis zu 30.000 Euro kann den Kunden eine Bambus-Küche kosten. 

Dennoch sollten wir Bambus als überzeugenden Rohstoff im Auge behalten. Immer mehr Hersteller, wie zum Beispiel auch der schwedische Möbelhaus-Riese Ikea, setzen auf das Süßgras der Extraklasse. Bei deutschen Händlern spielt Bambus in der Küchenwelt noch keine übergeordnete Rolle, sagt die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK). Das bedeutet aber nicht, dass Nachhaltigkeit nicht längt ein großes Thema in der Branche ist.  

Nachhaltigkeit im deutschen Küchenbau

Hier liegt der Fokus noch auf Holz. Denn auch wenn es eine lange Wachstumsphase besitzt, handelt es sich hierbei um einen nachwachsenden Rohstoff. Aber damit nicht genug: Insgesamt setzt der deutsche Küchenbau auf natürliche Werkstoffe mit langer Lebenszeit. Dazu neben Holz unter anderem auch Glas, Keramik und Metall. Einer der neuen innovativen Werkstoffe: biobasierter Kunststoff, bei dem unbehandelte Pflanzenteile zum Einsatz kommen. Entstehen sollen daraus zukünftig zu 100 Prozent nachhaltige Oberflächen, verrät AMK-Geschäftsführer Volker Irle. „Angesichts dieser jüngsten Innovationen sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die moderne Küche von heute bereits aus vielen nachhaltigen Komponenten besteht: Das beginnt, wie gesagt, bei natürlichen und recycelbaren Materialien und reicht von ressourcenschonenden Hausgeräten bis in den Zubehörbereich hinein”, sagt Irle.  

Dennoch wäre es doch sicherlich lohnenswert den neuen Super-Rohstoff Bambus mal genauer unter die Lupe zu nehmen oder?  

 

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