DAS wollen Deutsche kaufen

liv.biz hat bereits berichtet: Deutsche wollen nicht mehr einkaufen. Die Gründe: gestiegene Preise, eine Inflation auf Rekordniveau und daraus resultierende finanzielle Unsicherheiten. Aber manche Produkte wollen Deutsche trotz aller Widrigkeiten eben doch kaufen – das zeigt der aktuelle Report „The State of Consumer Technology & Durables“ der GfK. Welche Produkte das sind, erfahren Sie bei liv.biz.

04.05.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 3 Likes
Dunkelblaue Einkaufstüte

Dunkelblaue Einkaufstüte. Lucrezia Carnelos – unsplash.com

Die Corona-Pandemie hat den Lebensmittelpunkt deutscher Haushalte zwangsläufig in die eigenen vier Wände verlagert: Lockdowns und Homeoffice machten das Zuhause vieler zu Freizeitort und Büro gleichermaßen. Auch nach dem Wegfall vieler Corona-Beschränkungen und der Homeoffice-Pflicht möchte der Großteil der Arbeitnehmer weiterhin das mobile Arbeiten in Anspruch nehmen: 65 Prozent der Befragten wollen laut einer globalen GfK Social-Media-Umfrage inzwischen bis zu vier Mal pro Woche von Zuhause aus arbeiten. Klar, dass hier technische Geräte für das Heim-Büro und das Reinigen des Wohnraums benötigt werden.

Den Haushalt macht der Staubsauger-Roboter

Und das trotz gestiegener Preise und Konsumunsicherheiten sowie zunehmender Lieferengpässe aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Obwohl nur 34 Prozent der Verbraucher weltweit glauben, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in zwölf Monaten verbessern wird, gibt es Produktbereiche, in die weiterhin investiert wird. Das sind laut des GfK-Reports „The State of Consumer Technology & Durables“ zufolge vor allem zwei Sektoren: weltweit die „@Home“-Kategorie und speziell in Deutschland das Thema „eat@home“.

Die „@Home“-Kategorie vereint alle Produkte, die man eben Zuhause benötigt. Gemeint sind zum Beispiel Headsets, Laptops und Monitore sowie Küchen- und Putzgeräte. Die Welt investiert allgemein mehr in Staubsauger, „normale“ Modelle konnten 2021 ein Umsatzwachstum von 14 Prozent im Vergleich zu 2020 aufweisen. Aber der absolute Hit sind offenbar Roboter-Staubsauger. Kein Wunder, reinigen sie den Boden doch von selbst. Der Verkauf boomte 2021, er stieg um beachtliche 207 Prozent.

Punkten konnten außerdem, vermutlich für die Einrichtung eines hochmodernen Homeoffice, ultradünne Notebooks mit einer Dicke von unter 18 Millimetern – 7 Prozent legten diese technischen Geräte im Januar und Februar 2022 gegenüber den Vorjahresmonaten zu. Auch die Freizeit will komfortabel gestaltet sein, weswegen vermutlich folgende Kategorie ein Umsatzplus verbuchen konnte: Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale größer als 65 Zoll verzeichneten weltweit in den ersten beiden Monaten dieses Jahres ein Umsatzplus von 13 Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum.

GfK Infographic TD Report.

GfK Infographic TD Report. Foto: GfK

Deutschland will frittieren

In Deutschland waren im ersten Quartal 2022 ebenfalls Staubsauger-Roboter, Notebooks und große Fernseher sehr gefragt. Zu erwähnen sind hier außerdem Smartphone-bezogene Produkte. Ladegeräte Powerbanks oder Screen Protektoren, die der Kategorie „Mobile Enhancements“ zuzuordnen sind, machten ein Plus von 81 Prozent – im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei Bluetooth-Lautsprechern und Kopfhörern stieg der Umsatz jeweils um 40 und 31 Prozent.

Deutschland setzt aber auch auf Nonfood-Produkte, die ein leckeres Mahl zubereiten können. Die Gewinner sind hier eindeutig Heißluft-Fritteusen. Vermutlich aufgrund hoher Ölpreise stieg der Umsatz bei Hot Air Fryern zu Beginn des Jahres um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bei Kochfeldern um 29 Prozent.

Die technische Zukunft wird teuer

Bereits 2021 stiegen die Preise für technische Geräte. Die Aussichten für 2022 sind getrübt durch den Ukraine-Konflikt, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, Probleme innerhalb der Lieferketten und die Brennstoffknappheit. Gestiegene Kosten drücken so die Gewinnspannen der Hersteller. Die Konsequenz: Zumindest ein Teil der Preissteigerungen müssen an die Endverbraucher weitergegeben werden. „Vor diesen Herausforderungen sollten sich Unternehmen für ihre strategischen Entscheidungen auf fundierte Daten stützen – nicht auf ihr Bauchgefühl“, kommentiert Alexander Dehmel, Experte für den Tech & Consumer Durables Markt bei GfK.

Der „State of Consumer Technology & Durables Report“ kann hier eine Hilfe sein: Er stellt eine globale Momentaufnahme der Technologie- und Konsumgüterindustrie dar. Aktuell wichtige Trends im Verbraucherverhalten sowie Marktgegebenheiten werden hier präsentiert, ein Blick in die Glaskugel für die kommenden Monate des Jahres gewagt. Verwendet werden Daten aus gfknewron sowie Einschätzungen erfahrener GfK-Experten und -Datenanalysten.

Ein kleiner Lichtblick: Trotz zunehmender Unsicherheiten sind Konsumenten bereit, etwas mehr für Produkte zu bezahlen. Und zwar für solche, die ihnen Innovation und einen funktionalen Mehrwert bieten. Premiummarken zeigten nämlich Anfang 2022 ein Umsatzwachstum von 32 Prozent im Vergleich zu letztem Jahr.

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