Deutsche kaufen in diesem Sommer Elektro-Heizungen

Die Ukraine-Krise und ein drohendes Gas-Embargo in der kommenden Heizperiode bringen ein Nonfood-Produkt auf den Händler-Radar, das im Sommer sonst keine Rolle spielt: die Elektro-Heizung. Und nicht nur das: Die Nachfrage nach allen alternativen Wärmequellen steigt. liv.biz zeigt, wie Händler damit umgehen.

13.07.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 3 Likes
Ein drohendes Gas-Embargo treibt die Nachfrage nach alternativen Wärmequellen wie Elektro-Heizungen in die Höhe.

Ein drohendes Gas-Embargo treibt die Nachfrage nach alternativen Wärmequellen wie Elektro-Heizungen in die Höhe. Foto: TBIT – pixabay.com

Droht ein Gas-Embargo in der Heizperiode 2022/2023? Eine Frage mit der sich aktuell viele Medien, Händler und auch Konsumenten beschäftigen. Die Situation ist unsicher, niemand weiß, was Deutschland erwartet. Neben anderen Unsicherheiten, die aus der Ukraine-Krise resultieren, bestimmt auch diese das aktuelle Kaufverhalten im Nonfood-Sektor. Denn: Die Deutschen sind auf der Suche nach alternativen Heizmöglichkeiten. Und so kommt es, dass im Sommer Elektroheizkörper sowie Holz- und Pelletsöfen besonders stark nachgefragt sind.

So stellte beispielsweise das deutsche Vergleichsportal CHECK24 im Juli ein verstärktes Interesse bei Generatoren und Heizgeräten fest. Im Normalfall würden diese Produkte im Sommer keine Rolle bei Konsumenten spielen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Verbraucherinnen und Verbraucher bereiten sich aufgrund des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise mit elektrischen Heizgeräten bereits auf die nächste Heizperiode vor oder kaufen Generatoren, weil sie eine Unterbrechung der Stromversorgung befürchten“, sagt Thilo Knaupp, Geschäftsführer Shopping bei CHECK24. „Offensichtlich wollen Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund der hohen Gaspreise ihre Wohnungen im nächsten Winter zumindest teilweise elektrisch beheizen oder haben Angst vor einem Ausfall der Gaslieferungen.“

Baumärkte registrieren erhöhte Nachfrage bei Elektro-Heizungen

Der Baumarkt hagebau bestätigt dieses geänderte Kaufverhalten der Deutschen: „Die Nachfrage ist seit mehreren Monaten sehr hoch. Wir verkaufen derzeit etwa 50 Prozent mehr elektrische Heizgeräte als im Vorjahr. Diese hohe Nachfrage zieht sich durch das gesamte Sortiment: Von Ölradiatoren über Konvektoren bis zu elektrischen Heizgeräten, quer durch alle Qualitäts- und Preislagen“, sagt Ullrich Mansfeld, Pressesprecher hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG.

Die gleiche Situation schildert die Baumarktkette BAUHAUS: „BAUHAUS stellt bundesweit gegenüber dem Vorjahr aufgrund der aktuell unklaren Weltlage sowie damit verbundenen Preissteigerungen bei Gas und Energie eine deutlich gestiegene Nachfrage nach alternativen Wärmequellen, darunter fallen Holz- und Pelletsöfen sowie jegliche Arten von Elektroheizkörper (mobil und stationär) fest“, teilte das Handelsunternehmen auf Nachfrage mit.

Baumärkte bereiten sich auf weiter steigende Nachfrage vor

Wie so vieles in den vergangenen Monaten ist auch diese gestiegene Nachfrage nach Elektro-Heizungen im Sommer äußerst untypisch. Was können Händler also tun? BAUHAUS ist bestrebt, „auch weiterhin dieser steigenden Nachfrage in den kommenden Monaten entsprechend der jeweiligen Warenverfügbarkeit bestmöglich gerecht zu werden“. hagebau gibt bereits jetzt Nachbestellungen auf: „Viele hagebaumärkte geben schon jetzt Nachbestellungen auf, um ihre Lager wieder aufzufüllen. Normalerweise würde man diese Nachbestellungen erst zum Beginn der Heizperiode erwarten“.

Mansfeld glaubt weiterhin, dass der Piek noch nicht erreicht ist: „Wir rechnen damit, dass die Nachfrage in den kommenden Monaten noch ansteigt. Wir haben unsere Bestellmengen erhöht und geben alles, damit unsere Kunden weiter volle Regale vorfinden“.

Es bleibt also abzuwarten, ob die Präsentationsflächen von alternativen Wärmequellen bald genauso leer gefegt sind, wie die Toilettenpapier-Regale während der Corona-Pandemie. liv.biz bleibt dran.

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