Die aktuellen Zahnbürsten-Trends

Von klein auf wird uns beigebracht: Zähne müssen gründlich geputzt werden, damit sie lange halten. Doch welche Bürste putzt die Zähne am besten? Geht das auch nachhaltig? Die Antworten gibt's bei liv.biz.

22.04.2022 Jana Wilkens 0 Kommentare 2 Likes
Zwei elektrische Zahnbürsten vor einem helblauen Hintergrund.

Zwei elektrische Zahnbürsten vor einem helblauen Hintergrund. Foto: Gogy – unsplash.com

Obwohl die uns bekannte, klassische Zahnbürste mit Kunststoffborsten schon vor mehr als 80 Jahren die Mundpflege revolutionierte, hatte sie es bis in die 1960er nicht leicht. Die Mundhygiene gewann in Deutschland schleppend an Popularität und scheint erst mit steigenden Fällen ernährungsbedingter Zahnschädigungen Einzug in unseren Alltag gefunden zu haben. Die elektrische Zahnbürste wurde bei ihrer Einführung gar als Hilfsmittel für motorisch eingeschränkte Menschen belächelt. Heute ist sie aus deutschen Haushalten kaum mehr wegzudenken, denn viele Nutzer sind von den Reinigungsergebnissen überzeugt.

Die Neuentwicklungen überholen sich gegenseitig und die Wahl des idealen Modells ist schwierig geworden beziehungsweise schrumpft die Nutzungsdauer der Geräte. Ein Großteil der Bürsten hält deutlich länger als drei Jahre, wird jedoch nach etwa zweieinhalb Jahren ersetzt. Natürlich werden auch hier Rufe nach nachhaltigen Alternativen laut. Elektrische Zahnbürsten sollen erst ab drei Jahren Nutzungsdauer klimaneutral werden, in Abhängigkeit des jeweiligen Fabrikats.

Rotation oder Schall?

Zunächst eroberten elektrische, rotierende Zahnbürsten den Markt und arbeiten unlängst mit modernen Features wie Drucküberwachung und App-Unterstützung. Seit einigen Jahren ist auch die Schalltechnologie in die Zahnhygiene integriert. Schallzahnbürsten arbeiten im Hochfrequenzbereich und erzeugen damit zehnmal mehr Bewegung pro Minute als konventionelle Elektrozahnbürsten. Da sie zumeist mit länglichen Bürstenköpfen ausgestattet sind, werden die Bereiche um die hinteren Backenzähne nicht im selben Maße erreicht wie mit runden Köpfen.

Weitere Vorteile liegen jedoch in der Anregung des Ionenaustausches des Zahnfleisches, der die Durchblutung erhöht und eine bessere Versorgung ermöglicht. Gleichzeitig weist auch die Zahnpasta ein durch die Schallwellen verändertes Schäumverhalten auf, das sie besser an schwer erreichbare Stellen verteilt. Der Abrieb des Zahnschmelzes ist indes bei adäquatem Druck gering, trotzdem schaffen es die Schallzahnbürsten, Plaque und Verfärbungen zu entfernen. Insgesamt erfordern Schallzahnbürsten weniger Achtsamkeit, was die Putztechnik angeht, sie nimmt dem Nutzer den Großteil der Arbeit ab.

So geht nachhaltiges Zähneputzen

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich aber auch Holz- und Bambuszahnbürsten. Zwar werden solche mit Nylonborsten empfohlen, da diese weniger anfällig sind für Bakterienvermehrung, doch können auch diese mittlerweile vergleichsweise klimafreundlich auf Basis von Rizinusöl hergestellt werden. Die meisten in gängigen Supermärkten und Drogerien erhältlichen Produkte sind Handzahnbürsten. Doch auch hier gibt es erste Bürsten-Köpfe aus Bambus, die auf die meisten Schallzahnbürsten passen.

Marktführer von Handzahnbürsten wie Colgate oder Dr. Best halten der Elektrisierung unserer Zahnpflege ebenfalls nachhaltigere Produkte entgegen. Zu erwähnen sind hier zum Beispiel Zahnbürsten mit Batterieunterstützung, hohem Recyclinganteil oder Aktivkohle. Wobei letztere mit Hinblick auf die abreibenden Eigenschaften der Kohle mit besonderer Vorsicht verwendet werden sollten.

Wer seine Zahnpflege auf (fast) Zero Waste umstellen möchte, nutzt Kauholz, auch bekannt unter dem Begriff „Miswakzweig“. Sie punktet durch ihre antibakterielle und zahnaufhellende Wirkung und ist bereits seit Langem in vielen afrikanischen Ländern bekannt. Die klimafreundlichen Aspekte der Langlebigkeit und Kompostierbarkeit werden jedoch durch den langen Transportweg und das Einschweißen in Folie vermindert. Hinzukommend setzt so mancher Zweig in der Zeit Schimmel an.

All in all

Unsere Zahnpflege ist auf einem nie gekannten Level angekommen und die Produkte erfüllen alle Anforderungen. Nach wie vor ist aber die Eigenverantwortung der Verbraucher in Sachen Putztechnik, Zahnzwischenraumpflege und regelmäßigem Arztbesuch gefragt. Mehrwerte bieten ihnen neben ansprechender Verpackung auch Themen wie Nachhaltigkeit, technische Vereinfachung und App-Unterstützung.

Mehr Nonfood-Themen

Likes

Teilen

0 Kommentare

0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments