Die Produkt-Verpackung entscheidet mit

Die Verpackung ist oftmals das Erste, was ein Kunde beim Produkt-Kauf sieht oder zu fassen bekommt – denn auch online wird die Verpackung gerne mit abgebildet. Claudia Rivinius, Marketing Director STI Group, erklärt im liv.biz-Interview, welche Rolle dabei Nachhaltigkeit und Mehrwert spielen.

07.06.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 4 Likes
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Claudia Rivinius, Marketing Director STI Group. Foto: STI Group

Was macht eine sinnvolle Verpackung für Sie aus?

Verpackungen haben grundsätzlich drei Funktionen:

  • Schutz des Produktes
  • Transport und Logistik
  • Kommunikation und Convenience

Je nach Produkt, Vertriebskanal und Zielgruppe haben diese Faktoren eine unterschiedliche Gewichtung. Eine Verpackung ist sinnvoll, wenn sie genau diese Eigenschaften erfüllt – gemäß der Maßgabe: so viel Verpackung wie nötig, so wenig Verpackung wie möglich. Verpackung ist niemals Selbstzweck, sondern immer Mittel zum Zweck.

Wie wichtig ist eine gute Verpackung für den Kauf eines Produktes?

Die Entscheidung für den Kauf eines Produktes durchläuft verschiedene Phasen: den Stimulus über die erste Recherche, den Kontakt am Point of Sale, das Auspacken und Anwenden, eine mögliche Weiterempfehlung und last but not least die Entsorgung. Auch wenn nicht in jedem Prozess alle Phasen durchlaufen werden, so spielt die Verpackung eine wichtige Rolle, zum Beispiel:

  • als Produktabbildung (inklusive Verpackung) im Web
  • als Stimulus im Regal oder in der Zweitplatzierung
  • für den Transport des Produktes nach Hause – ob per Paketdienst oder mit dem Lastenfahrrad
  • für das Auspackerlebnis vor der Verwendung
  • bei der Anwendung des Produktes (zum Beispiel Dosierung, Zubereitung, Portionierung)
  • für die Aufbewahrung des Produktes
  • im Kontext der Entsorgung
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The moments of truth. Grafik: STI Group

Das Produkterlebnis wird für den Shopper maßgeblich vom Verpackungserlebnis beeinflusst. Daher spielt die Verpackung als „Touchpoint“ für den Kauf von Produkten eine essenzielle Rolle und ist zudem die einzige Werbebotschaft, die der Kunde anfassen kann.

Ist Nachhaltigkeit bei Produkt und Verpackung zum Verkaufsargument geworden? Und wenn ja, sind hier Altersunterschiede bei Kunden auszumachen, die hierauf Wert legen?

Bei dieser Frage möchte ich gerne zwischen Produkt und Verpackung trennen. Denn Kunden kaufen Produkte, Verpackungen sind „nur“ Mittel zum Zweck. Allerdings ist die Verpackung häufig der erste Kontaktpunkt eines Kunden mit dem Produkt. Das heißt, er überträgt seinen Eindruck von der Verpackung auf das Produkt. Eine nachhaltige Verpackung führt dazu, dass das Produkt auch als nachhaltig eingestuft wird. Gleichermaßen wird ein nachhaltiges Produkt in einer aus Sicht der Verbraucher nicht nachhaltigen Verpackung schlechter beurteilt.

Alle Studien zum Konsumentenverhalten aus 2021 und 2022 zeigen, dass nachhaltige Verpackungen beim Kauf von Produkten eine zentrale Rolle spielen. Die Studie der DHBW Heilbronn zum „Attitude Behaviour Gap“ zeigt zudem, dass die Altersunterschiede sehr gering sind.

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Relevanz von Verpackungen für die Kaufentscheidung. Grafik: STI Group

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Legen Sie Wert auf nachhaltige Verpackungen? Grafik: STI Group

Wie hat sich Verpackung für Nonfood in den vergangenen Jahren verändert und weiterentwickelt?

Bei Nonfood-Verpackungen ist ein klarer Trend weg von Kunststoff-Verpackungen hin zu faserbasierten Verpackungen zu erkennen. Zudem reduziert sich die Anzahl der Verpackungskomponenten und die Anzahl der verwandten Verpackungsmaterialien. Bereits im Entwicklungsprozess der Verpackung liegt der Fokus auf der Recyclingfähigkeit. Beste Beispiele hierfür sind die Remote-Control Verpackung von Universal Electronics oder die Smart Home Controller Verpackung von Bosch, die beide von der STI Group entwickelt und produziert wurden.

Was ist Ihre liebste Nonfood-Verpackung?

Grundsätzlich sind es alle Verpackungen, die einen Mehrwert bieten – und da fallen mir gleich mehrere ein:

  • Die neue Düngemittelverpackung für den Hochbeet Dünger von ASB Grünland – weil sie ohne Innenbeutel auskommt und sich das Düngemittel direkt aus der Wellpappverpackung aus Recyclingmaterial dosieren lässt.
  • Die Kameraverpackung von Leica – weil sie nicht nur ein optisches Highlight ist, sondern sich auch alle Zubehörteile darin perfekt aufbewahren lassen.
  • Die Verpackung für Gin-Gläser von Nachtmann – da diese sowohl für den Online-, als auch für den stationären Handel optimiert ist.
  • Und – last but not least – eine Schuhverpackung, aus der man ein Schuhregal bauen kann.

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