Dusch-WCs – die Toiletten der Zukunft? 

Die Corona-Pandemie hat uns Deutschen eines gezeigt: Wird das Klopapier knapp, bricht Panik aus. liv.biz stellt Ihnen eine (fast) papierlose Alternative aus Japan vor.

15.03.2022 Lisa Müller 0 Kommentare 1 Likes
Ein Frosch, der auf der Toilette sitzt – vielleicht einem Dusch-WC?

Ein Frosch, der auf der Toilette sitzt – vielleicht einem Dusch-WC? Foto: Alexas_Fotos – unsplash.com

Das Frühjahr 2020 hat gezeigt, welche Produkte in welchem Land zur Vorbereitung auf einen drohenden Stillstand des normalen Lebens besonders nachgefragt sind. Während sich im Internet Witze darüber verbreiteten, dass unsere französischen Nachbarn einem Lockdown mit Wein und Kondomen recht entspannt entgegensehen, spielten sich in deutschen Supermärkten und Drogerien regelrechte Kämpfe um Toilettenpapier ab. 

Toilettenpapier ist out 

Was rückblickend amüsant wirkt, legt eine Angst offen, die jederzeit wieder aufflammen kann. Dass Zellstoff im Gegensatz zu 2020 nun wirklich knapp ist, ist kein Geheimnis mehr. Noch aber halten wir uns mit Panikkäufen zivilisiert zurück – trotz erster Erwähnung möglicherweise drohender Knappheit in den gängigen Medien. Vor dem Hintergrund des anhaltend wechselhaften Pandemiegeschehens stellt sich aber die Frage: Wie kann man einer von Panik vor Mangel geplagten Bevölkerung helfen? Was hat der Rest der Welt Anfang 2020 beim Gedanken an den nächsten Stuhlgang gemacht? 

Tatsächlich dürften rund zwei Drittel der Welt herzlich über unsere Toilettenpapier-Panik gelacht haben, denn diese Menschen sind den täglichen Umgang damit gar nicht gewöhnt. Die meisten reinigen sich mit Wasser. Während Duschkopf statt Toilettenpapier dem westlichen Geschmack nicht ganz entspricht, wächst anderenorts das Interesse an sogenannten Dusch-WCs – bisher waren sie hauptsächlich in Japan bekannt.

Es handelt sich um vollautomatische Technikwunder, die von der beheizbaren Brille bis zur Geruchsabsaugung und Geräuschüberdeckung alles bieten, um den Besuch des stillen Örtchens zu einem kleinen Wellness-Erlebnis zu machen. Per Knopfdruck fährt nach Erledigung des Geschäfts eine Duschdüse aus, die den gesamten Intimbereich mit warmem Wasser reinigt. Hierfür kann je nach Belieben Temperatur und Härte des Wasserstrahls eingestellt werden. Viele Geräte verfügen zudem über eine speziell auf den Intimbereich der Frau abgestimmte Düse. 

Was kann so ein Dusch-WC eigentlich? 

Nachgesagt wird dem Dusch-WC vor allem, hygienischer zu reinigen als Toilettenpapier. Der Nutzer muss seine Hände nicht einmal in die Nähe der Schüssel bringen. Und wenn doch, sind viele Modelle mit effizienten Selbstreinigungssystemen und bakterienresistenten Materialien ausgestattet, was sie reiner werden lässt als manch herkömmliche Toilette mit Rand je sein könnte. 

Doch auch in Sachen Nachhaltigkeit punktet das Dusch-WC: Toilettenpapier wird maximal zum Trockentupfen des Intimbereiches nach der Dusche benötigt – sofern man nicht die Warmluftgebläse-Funktion zum Trocknen nutzt.  

Dusch-WCs in Deutschland? 

Bisher halten die Dusch-WCs nur langsam Einzug in westeuropäische Badezimmer. Die Schweiz ist hier Vorreiter, doch auch in Deutschland wird der Anteil der Dusch-WCs an neu verbauten Toiletten auf mittlerweile ein Drittel geschätzt. Deutsche Hersteller wie Grohe Deutschland Vertriebs GmbH haben zum Beispiel das Sensia Arena Dusch-WC im Sortiment. 

Das Sensia Arena Dusch-WC von Grohe
Das Sensia Arena Dusch-WC von Grohe. Foto: GROHE
So wird die Sensia Arena von Grohe bedient.
So wird die Sensia Arena von Grohe bedient. Foto: GROHE

Die Sensia Arena ist für circa 3.300 Euro (UVP) verfügbar und hält laut der Grohe Deutschland Vertriebs GmbH vorrangig Einzug in Privathaushalte: „Die gestiegenen Hygieneanforderungen der letzten Jahre zeigen sich besonders im Badezimmer. So rücken Dusch-WCs vermehrt ins Interesse der Verbraucher.“ So hält die Sensia Arena nicht nur den Po sauber, sondern auch sich selbst. Die Duscharme reinigen sich vor und nach Gebrauch automatisch. Da es sich um eine randlose Toilette handelt, gibt es keine Verstecke für Bakterien. Und last but not least sorgen besondere Glasuren dafür, dass kaum Verunreinigungen haften bleiben.

Das spart natürlich Zeit fürs Putzen – in jeglicher Hinsicht. Wir sagen also: Einen Versuch ist es durchaus wert! 

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