E-Ladestationen können Kundenfrequenz pushen

In Sachen E-mobilisieren des Parkraums ist im Nonfood-Sektor noch viel Luft nach oben. Die Investition in den Ausbau der Ladeinfrastruktur kann sich für Händler aber enorm lohnen, sagt Catharina Stelzer, Strategic Marketing Manager bei ChargeOne. Denn: Das E-mobilisieren kann Reputation und Kundenfrequenz steigern. Mehr erfahren Sie im liv.biz-Interview.

23.09.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 2 Likes
Der Nonfood-Handel braucht eine bessere Ladeinfrastruktur.

Der Nonfood-Handel braucht eine bessere Ladeinfrastruktur. Foto: ChargeOne

Wie wichtig sind Ladestationen für E-Autos auf dem Kundenparkplatz des stationären Handels?  

Die Bedeutung von Ladestationen auf dem Kundenparkplatz wird für die erfolgreiche Kundenansprache im stationären Handel immer noch unterschätzt. Das Auto bleibt für den Einkauf unverzichtbar. Der primäre Anlass das Auto zu bewegen, ist laut einer aktuellen EHI-Studie der Besuch beim Einzelhändler – noch vor Freizeitaktivitäten. Die Elektromobilität boomt: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Elektroautos mehr als verzehnfacht. Zukünftig wird es demnach das E-Auto sein, mit dem der Einkauf erledigt wird.  

Catharina Stelzer, Strategic Marketing Manager bei ChargeOne.

Catharina Stelzer, Strategic Marketing Manager bei ChargeOne. Foto: ChargeOne

Das E-mobilisieren des Parkraums bietet also nicht nur die Möglichkeit, einen Beitrag zur Mobilitätswende zu leisten und sich als nachhaltiges sowie zukunftsweisendes Unternehmen zu positionieren, der Ausbau eröffnet auch ein enormes Kundenpotenzial: Die neue und rasant wachsende Zielgruppe der „E-Mobilisten“. Schon bald wird die Ladeinfrastruktur von einem Nice-to-have zu einem Must-have für den Einzelhandel. Mit dem Nebeneffekt, dass eine vorhandene Ladesäule nicht nur entscheidend für die Wahl der Einkaufsstätte ist, sondern, laut der Studie vom EHI, auch einen positiven Einfluss auf die Einkaufsdauer hat.  

Während sich im Lebensmitteleinzelhandel schon etwas Bewegung in Sachen Ladeinfrastruktur zeigt, gibt es im Nonfood-Sektor – wie beim Parkplatz vom Modegeschäft oder Möbelhaus – noch Nachholbedarf 

Wie kann der Einsatz für E-Mobilität die Reputation des Händlers pushen? 

Das Aufrüsten mit Ladeinfrastruktur bringt gleich zwei Hebel für ein besseres Markenimage mit sich: zum einen die Positionierung als Unternehmen, das am Puls der Zeit sowie Vorreiter bei der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit ist und gleichzeitig einen Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Ziel der Mobilitätswende beiträgt. Zum anderen kann es sich mit einer Serviceleistung profilieren, die schon jetzt auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht.  

Mittlerweile stellt die Lademöglichkeit auf dem Parkplatz ein zentrales  Entscheidungskriterium für E-Autofahrerinnen- und Autofahrer dar, wenn es darum geht, wo sie ihre Einkäufe erledigen. Eine erfolgreiche Kundenansprache mit E-mobilisierten Parkplätzen setzt jedoch voraus, dass die richtige Landeinfrastruktur installiert ist und reibungslos funktioniert. Zum Beispiel müssen die passenden Ladesäulen mit der richtigen Ladeleistung verfügbar sein. Denn während beim Laden von Fahrzeugen, die auch öfter mal länger auf dem Parkplatz stehen, Ladesäulen mit Wechselstrom (AC) vollkommen ausreichen, muss es im Handel meist schnell gehen. Bei hoher Frequenz und relativ kurzen Parkzeiten ist hier oftmals schnelleres Laden mit Gleichstrom (DC) sinnvoller.  

Neben der hohen Ladeleistung muss auch die Anzahl der Ladesäulen berücksichtigt werden, schließlich sollen immer ausreichend Lademöglichkeiten für alle Kundinnen und Kunden verfügbar sein. Im Idealfall zeigt eine mobile App an, wo gerade eine Ladesäule zur Verfügung steht und erleichtert so die Planung der Nutzerinnen und Nutzer.

Außerdem spielt beispielsweise die optimale Zugänglichkeit der Ladeinfrastruktur eine entscheidende Rolle, damit die E-mobilen Kundinnen und Kunden die Ladesäulen bequem erreichen können. Wird die Ladeinfrastruktur dann noch zuverlässig betrieben und gewartet, sodass ein sicherer Ladevorgang zu den präferierten Bezahlmethoden möglich ist, steht der Kundenbindung nichts mehr im Weg. 

Wie sieht die aktuelle Infrastruktur in Deutschland aus: Gibt es genug Ladestationen für Einzelhandel-Kunden?  

Insgesamt steigen die Zulassungszahlen für E-Autos sehr viel schneller als der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland vorangeht. Wichtig für den Ausbau sind jetzt nicht die privaten Standorte daheim, sondern vielmehr jene unterwegs bei all den Parkplätzen mit längerer Verweildauer. 

Da ist der Parkraum vom Handel natürlich besonders interessant. Oftmals gibt es hier ein dichtes Standortnetz mit gut frequentierten Lagen. Allgemein fällt das Ladeangebot in den einzelnen Branchen im Handel jedoch ganz unterschiedlich aus. So bieten zurzeit vor allem Baumärkte durch ihre großen Parkplätze Ladestationen für die Kundschaft an. Bei Möbel- und Warenhäusern ist das Angebot jedoch schon sehr viel kleiner. Und Bekleidungs-, Sport- oder Sportartikel-Läden liegen noch einmal weit darunter. Alles in allem ist da – insbesondere, wenn man die stetig wachsende Zahl an E-Autos betrachtet – noch viel Luft nach oben.  

Kann eine bessere Infrastruktur an Ladestationen auch den allgemeinen Umstieg auf die E-Mobilität unterstützen? 

Auf jeden Fall. Der flächendeckende Ausbau ist einer der Knackpunkte für die Akzeptanz von Elektromobilität in der breiten Masse. Stand 2022 sind insgesamt 687.241 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb im Einsatz, und wie wir wissen: Die Ziele der Bundesregierung liegen bei 15 Millionen Elektroautos bis Ende 2030. Für die flächendeckende Versorgung der zusätzlichen E-Autos sollen bis 2030 insgesamt eine Million Ladepunkte in Deutschland zur Verfügung stehen. Dafür müssten 2.000 Ladepunkte in Betrieb genommen werden – und zwar jede Woche. Momentan kommen laut VDA gerade einmal rund 330 zusätzliche Ladepunkte pro Woche dazu. Diese Zahlen sprechen für sich. Fazit: Das aktuelle Ausbautempo reicht bei weitem nicht aus, um die Mobilitätswende zu stemmen.  

Eines der stärksten Argumente gegen den Kauf eines E-Autos ist laut der Studie Electric Car Market & Innovation Report 2021“ von YouGov und dem Center of Automotive Management (CAM) der Mangel an Ladesäulen unterwegs. Trotz steigender Reichweiten und performanteren Batterien ist der Aspekt der Reichweitenangst nach wie vor nicht zu unterschätzen.

Der Umstieg auf E-Mobilität gewinnt also dann an Attraktivität, wenn auch im halb- und öffentlichen Raum ausreichend Ladepunkte vorhanden sind. Spätestens mit Verabschiedung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) ist der Handel auch rechtlich gesehen unter Zugzwang: Bis 2025 müssen Kundenparkplätze mit mehr als zwanzig Stellplätzen mit einer Ladeinfrastruktur aufgerüstet sein – und dies auch bei Drogerie, Baumarkt und Co. Handelt es sich um Neubauten, gilt die Regel schon ab sechs Stellplätzen. Das fördert den Ausbau der E-Mobilität in Deutschland und trägt zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei. 

Wie sehen die zukünftigen Kundenparkplätze aus? 

Wir sehen, dass die Entwicklung dahingeht, dass der Handel vermehrt leistungsstärkere Ladesäulen für seine Kundschaft installiert. Schnellladesäulen werden aufgrund der kurzen Ladezeiten immer beliebterWährend bisher beim Einzelhandel eher auf Normallader gesetzt wurde, sind laut EHI-Studie 20 Prozent der Händler auch mit einer Schnellladesäule ausgestattet – Tendenz steigend.

Auf dem Kundenparkplatz wird es nicht nur schneller, sondern auch einfacher zugehen: Der Ladevorgang wird sich zukünftig noch unkomplizierter gestalten – zum Beispiel mit Hilfe des CCS-Systems. Das Combined Charging System (CCS) ist als offenes, universelles Ladesystem für Elektrofahrzeuge konzipiert. Wegen seiner Interoperabilität ist mit ihm sowohl DC- als auch AC-Laden möglich. So wird sich die Suche nach der richtigen Ladestation für eine sichere und akkuschonende Ladung in der Zukunft einfacher gestalten.  

Welche Lösungen hat ChargeOne zu bieten? 

Neben der Ladestandortplanung und Ermittlung des Ladebedarfs sowie der Auswahl und professioneller Installation der passenden Ladeinfrastruktur liegen die größten Herausforderungen für den Handel im wirtschaftlichen Betrieb und der Finanzierung der Ladesäulen.  

ChargeOne verfügt über Erfahrungen aus einer Vielzahl von E-Moblitätsprojekten und sorgt dafür, dass bei der Ladeinfrastruktur von Anfang an die wichtigsten Aspekte – auch bezüglich Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit – beachtet werden. Von der Bestandsaufnahme über die Lieferung der Ladesäulen und Installation bis hin zum laufenden Betrieb und der Abrechnung bieten wir dazu ein Gesamtpaket an. Unsere zertifizierten Energie- und E-Mobilitäts-Berater überprüfen die baulichen und elektrotechnischen Gegebenheiten sowie die Gebäudetechnik und kümmern sich um die Abstimmung mit dem Gebäudeeigentümer oder Parkraumbetreiber. Von Anfang an haben wir außerdem die zentralen Fragen rund um Energieversorgung und Lastmanagement im Blick. 

Vor allem sorgen wir für eine optimale Integration der Ladeinfrastruktur in die Unternehmensprozesse – unter anderem für einfache und sichere Abrechnung. Entscheidend hierfür ist die zuverlässige Kommunikation zwischen Ladetechnik und dem Backend. Dort werden Informationen zum Ladestand, Betriebszustand oder eventuelle Störungen erfasst. Damit der Handel den eigenen Verwaltungsaufwand dafür auf ein Minimum reduzieren kann und sich die Ladeinfrastruktur wirtschaftlich rechnet, übernehmen wir auch den kompletten Betrieb und die Wartung – inklusive einer 24/7-Hotline für Notfälle. 

Ein Großteil unserer Kunden entscheidet sich heute bereits für unser unser Mietmodell. Mit dem Charging-as-a Service-Angebot von ChargeOne haben Händler die Kosten für ihre Ladeinfrastruktur von Anfang an im Griff. Wir decken mit einem monatlichen Fixbetrag Miete und Betrieb von Ladesäulen im Komplettangebot ab. Händler erhalten so Unterstützung vom Profi, ohne dass Investitionskosten entstehen und bei planbaren Betriebskosten. 

 

Hinweis: Der Artikel kann werbliche Inhalte enthalten.

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