Einweg-Modelle pushen E-Zigaretten-Branche

Die Nachfrage nach E-Zigaretten ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gestiegen und erreichte einen Gesamtumsatz von 575 Millionen Euro. Der Hauptgrund für dieses starke Wachstum sind Einweg-E-Zigaretten, die nach Gebrauch weggeworfen werden. Umweltschützer und die Müllindustrie üben scharfe Kritik an Einweg-E-Zigaretten.

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15.09.2022 0 Kommentare 0 Likes

Dortmund (dpa/js/jms) Nach der Einführung von Wegwerfprodukten ist die Nachfrage nach E-Zigaretten in Deutschland deutlich gestiegen. Wie der Branchenverband „Bündnis für den Tabakfreien Genuss“ am Donnerstag aus Anlass der Dortmunder Messe Intertabac der dpa mitteilte, liegt der Gesamtumsatz mit E-Zigaretten und Liquids in diesem Jahr bei schätzungsweise 575 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (410 Millionen Euro).

Unkompliziert statt nachhaltig

Bei den elektronischen Zigaretten wird kein Tabak verbrannt, sondern es werden aromatisierte Flüssigkeiten (Liquids) verdampft. Der Schadstoffgehalt ist niedriger als bei herkömmlichen Zigaretten. Gesundheitsgefahren gibt es aber auch hier, Langzeitstudien zu deren genauen Ausmaßen fehlen noch.

Die Umsatzzahl beruht auf einer Umfrage unter den Mitgliedern des Bündnisses, also Händlern und Herstellern in Deutschland. 2019 und 2020 hatte die Branche Einbußen hinnehmen müssen, was auch an zwischenzeitlichen Corona-Schließungen von Läden gelegen hatte.

Wachstumstreiber sind nach Angaben des Bündnisses Einwegartikel, die in nennenswerter Zahl erst Anfang dieses Jahres auf den Markt kamen. Mit diesem Produkt würden auch Raucher fernab des Fachhandels erreicht, sagte der Vorsitzende des Bündnisses, Dustin Dahlmann, der dpa. „Wir verzeichnen einen großen Erfolg bei Rauchern, die sich mit der E-Zigarette bisher nicht auseinandergesetzt haben.“

Umweltschützer und die Müllbranche kritisieren diese Wegwerfprodukte scharf, weil ihre Bestandteile nicht nachhaltig genutzt werden und der Elektroschrott oft falsch entsorgt werde. „Der Branche ist bewusst, dass es nachhaltigere Produkte als Einweg-E-Zigaretten gibt“, sagt Dahlmann. „Weil Raucher aber möglichst unkompliziert wechseln, ist die Nachfrage sehr hoch.“ Er weist darauf hin, dass Fachhändler die leeren Produkte zurücknähmen und sachgemäß entsorgten.

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