Handel und Social Media: Muss das sein?

Eignet sich Social Media als Vertriebskanal für Händler? Folgen Konsumenten entsprechenden Unternehmen überhaupt auf Instagram, TikTok und Co.? Diese Fragen beantwortet der aktuelle Trend Check Handel des ECC KÖLN – und liv.biz.

31.08.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 4 Likes
Auf welche Social-Media-Profile sollten Händler nicht verzichten?

Auf welche Social-Media-Profile sollten Händler nicht verzichten? Foto: Jeremy Bezanger – unsplash.com

Die Corona-Pandemie hat’s möglich gemacht: Einen enormen Push von Social Media in 2021. 2022 verhält sich das Ganze ein bisschen anders: Nutzerzahlen- und frequenzen sinken, am stärksten auf Facebook. Und wie sieht’s bei Social-Media-Profilen von Händlern aus? Wurde vor nicht allzu langer Zeit dafür plädiert, dass jeder Händler bei Instagram, Facebook und Co. vertreten sein muss, zeigt der aktuelle Trend Check Handel des ECC KÖLN, dass immer weniger Konsumenten Händlern auf Social Media folgen. Zwei Drittel glauben sogar, dass sich die sozialen Netzwerke nicht weiter als Shoppingplattform entwickeln. Unterstützung erfährt aber zunehmend das Influencermarketing in eben diesen Kanälen – die subtilere Werbeform scheint Konsumenten zu überzeugen.

Weniger Social Media und mehr Real Life?

Aber noch einmal von vorne und zum Kernproblem: Social Media verliert an Beliebtheit – zumindest leicht. 84 Prozent gaben 2021 noch an, soziale Medien zu nutzen. Ein Jahr später sind es zwei Prozentpunkte weniger. Gleiches gilt auch für die Nutzungsfrequenz: TikTok wurde im Vergleich zu 2021 im Durchschnitt nur noch halb so oft aufgerufen, hier stehen acht tägliche Aufrufe 2022 16 täglichen Aufrufen 2021 gegenüber. Auch für Pinterest zeigt sich eine halbierte Nutzungsfrequenz. Instagram wird von den Befragten auch 2022 mit durchschnittlich sieben Aufrufen am Tag am meisten genutzt – verliert aber dennoch 4 Prozentpunkte. Und auch für YouTube und Facebook gilt: weniger Nutzung.

Nutzungsfrequenz Social Media.

Nutzungsfrequenz Social Media. Grafik: ECC KÖLN: Trend Check Handel Vol. 4, 08/22

Unternehmen brauchen Instagram und TikTok

Spannend wird es jetzt aber natürlich für den Handel: Lohnt sich eine Präsenz in den sozialen Netzwerken? Auch hier muss für 2022 festgehalten werden: Immer weniger Konsumenten folgen Händlern auf Instagram, TikTok und Co. Instagram und TikTok bleiben zwar unter Konsumenten en vouge, wenn auch mit leichtem Verlust im Vergleich zum Vorjahr. Zwar ist der Verkauf über Social Media (Social Commerce) auf stabilem Niveau geblieben (43 Prozent Käufe), aber mehr als die Hälfte der Befragten sind gegen die Entwicklung von Social Media zu einer Shopping Plattform.

Weniger Follower:innen bei Unternehmenskanälen.

Weniger Follower:innen bei Unternehmenskanälen. Grafik: ECC KÖLN: Trend Check Handel Vol. 4, 08/22

Influencen ist ok

Eine Shopping Plattform sollen Social-Media-Kanäle also nicht werden, mehr oder weniger subtile Werbung in Form von Influencermarketing wird aber befürwortet. So sind vier von zehn der befragten Konsumenten schon einmal durch den Beitrag einer Person auf Social Media auf ein Produkt aufmerksam geworden. Mehr als die Hälfte dieser hat im Anschluss sogar das Produkt gekauft. Und diese Werte haben 2022 im Vergleich zum Vorjahr sogar zugelegt, Konsumenten lassen sich also influencen. Insbesondere das Kaufverhalten der jungen Zielgruppe der 16- bis 29-Jährigen wird auf diese Weise beeinflusst. Mehr als jeder Zweite (58 %) kaufte hier sogar im Anschluss an einen Influencerbeitrag das beworbene Produkt.

Influencermarketing nimmt an Bedeutung zu.

Influencermarketing nimmt an Bedeutung zu. Grafik: ECC KÖLN: Trend Check Handel Vol. 4, 08/22

Fazit

Brauchen Händler nun also einen Social-Media-Kanal oder nicht. Unsere Antwort: Ja. Man kann sich auf bestimmte Netzwerke wie zum Beispiel Instagram fokussieren, der Kontakt zur jüngeren Zielgruppe sollte aber auf keinen Fall vernachlässigt werden. Auch sollten Unternehmen auf Influencermarketing setzen (nicht zuletzt aufgrund der Zahlen des ECC KÖLN, liv.biz hat bereits über die Bedeutung von Influencermarketing berichtet). „Stay focused“ ist vielleicht im Social-Media-Dschungel das richtige Stichwort.

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