(Hand)made in Germany

Qualität ist handgemacht – und zwar in Deutschland. In Zeiten der Digitalisierung und maschinellen Herstellung sind Kunden oftmals auf der Suche nach etwas Individuellem, etwas Selbstgemachtem mit Ecken und Kanten. liv.biz stellt zwei Unternehmen vor, die das draufhaben. 

29.03.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 3 Likes
Die Scheren der Scherenmanufaktur Paul durchlaufen in der Produktion bis zu 60 Handarbeitsschritte.

Die Scheren der Scherenmanufaktur Paul durchlaufen in der Produktion bis zu 60 Handarbeitsschritte. Foto: Scherenmanufaktur Paul

Zunächst einmal ein kurzer gedanklicher Exkurs in unsere Kindheit, in die Zeit vor dem ersten Taschengeld: Es wurde gebastelt und gemalt, was das Zeug hält. Und zwar mit einem Ziel: Oma, Opa, Mama, Papa und dem Rest der Familie eine Freude machen. Das Konzept funktionierte, die Begeisterung über das Selbstgemachte war groß. Diese frühkindlichen Kunstwerke sind quasi Handmade-Artikel der allerersten Stunde, in seiner reinsten Form. Wir haben alle ein Gespür für Handgemachtes in die Wiege gelegt bekommen. So können wir den Wert von etwas schätzen, was wir selbst oder andere mit ihren Händen erschaffen haben. 

Handmade als Label für Individualität und Qualität

Dieses Gefühl haben sich viele bewahrt. Und gerade im Zeitalter der maschinellen Herstellung, in Zeiten von Instagram und Co., wo jeder irgendwie das Gleiche hat, wird der Wunsch nach Selbstgemachtem stärker. Handmade als Label für Individualität und Qualität. Und die findet man in Deutschland in den unterschiedlichsten Bereichen, zum Beispiel bei der Schmuckherstellung. Christine Heindorf-Pape kreiert Armbänder, Ketten, Ringe und Ohrschmuck unter dem Label „tinchens fine handmade jewelry“. Dafür ist ihr vor allem eines wichtig: „Ich muss die Dinge anfassen können“.  

Damit das möglich ist, legt Heindorf-Pape zusätzlich besonderen Wert auf „Made in Germany“. Denn: „Handmade bedeutet für mich auch Nachhaltigkeit“. So sind ihre Lieferketten kurz, von der Schmuckschachtel bis zur kleinsten Schmucköse. „Idee, Entwurf und Umsetzung können so in kürzester Zeit realisiert werden“, sagt die studierte Innenarchitektin. Bei tinchens gibt es keine Überproduktion, nach Ordermessen beträgt die Lieferzeit manchmal sechs bis acht Wochen. „Bei mir wird nur auf Bestellung produziert, so kommt es auch nicht zu Materialverschwendung“, sagt Heindorf-Pape.  

Handmade und Made in Germany gehören zusammen

Und so entstehen Präsente für die Liebsten oder auch sich selbst, die nachhaltig und handgefertigt in Deutschland sind. Darauf setzt auch die Scherenmanufaktur Paul aus Harsefeld. Über 200 Scherenmodelle plus Zubehör vertreibt die Manufaktur schwerpunktmäßig über den Onlineshop. Auch für Julia Vossmann gehören Handfertigung und „Made in Germany“ einfach zusammen. „Wir haben von Anfang an gesagt: Wenn wir in Deutschland produzieren, dann auch handmade.“ Im Durchschnitt durchläuft eine Paul-Schere bei der Herstellung 60 Handarbeitsschritte. Zum Beispiel wird eine Schere an fünf verschiedenen Stationen geschliffen, die Griffe werden angebracht, die Schere montiert – das alles per Hand. 

Teilweise kommt aber auch die Scherenmanufaktur nicht ohne Maschinen aus, aber eines ist klar: „Es gibt bestimmte Handarbeitsschritte bei der Scherenherstellung, die nicht durch eine Maschine ersetzt werden können“, sagt Vossmann. Denn das gewisse Feingefühl könne eben nur jeder einzelne der über 50 Mitarbeiter leisten. Und das ist es, was am Ende auch eine handgefertigte Paul-Schere ausmache: „Die Mitarbeiter sind Teil des Produkts“, sagt Vossmann. „Es ist total persönlich.“ Noch persönlicher werden die Paul-Scheren mithilfe von Personalisierung. 

Grown-up-handmade

Und so bekommen Freunde und Familie heute ein individuelles, selbstgemachtes Geschenk in Form einer Qualitätsschere oder hochwertigem Schmuck – das Basteln geben Kunden guten Gewissens in Hände von echten Handmade-Profis. 

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