Hygienepapierhersteller Hakle meldet Insolvenz an

Der traditionsreiche Hygienepapierhersteller Hakle hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Dies hat das mittelständische Unternehmen am 2. September in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens soll dabei vollumfänglich fortgeführt werden.

05.09.2022 Jana Wilkens 0 Kommentare 2 Likes

Hakle plant Neuaufstellung

„Die Eigenverwaltung bietet uns die notwendige Flexibilität und Geschwindigkeit, um unseren Betrieb nachhaltig zu sanieren und ganz im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und Gläubiger neu aufzustellen. Wir sind zuversichtlich, dass diese Neuaufstellung in dieser herausfordernden Lage einer als historisch zu bezeichnenden Energiekrise gelingt und wir uns dank dem unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeitenden und unserer starken Innovationskraft zukunftsorientiert weiterentwickeln können. Es geht um den Erhalt des Standortes und seiner Arbeitsplätze“, sagt Volker Jung, Geschäftsführer der Hakle GmbH.

In den kommenden Monaten stehen dem Hygienepapierhersteller, zu dem die bekannten Marken Hakle, Hakle Feucht und Servus gehören, viele herausfordernde Aufgaben bevor. Zur Stabilisierung des Unternehmens wurden bereits erste Schritte eingeleitet. „Wir haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung bereits umfassend über die aktuelle Situation und das Verfahren aufgeklärt und werden sie bestmöglich in dieser Zeit begleiten und unterstützen. Daraufhin haben uns die gesamte Belegschaft und der Betriebsrat ihre ausdrückliche Unterstützung für das Sanierungsvorhaben signalisiert. Diese Resonanz gibt uns die nötige Kraft und den Rückhalt für die kommenden Aufgaben“, erklärt Geschäftsführer Volker Jung.

Wichtig ist dem Unternehmen auch die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter zu sichern. Dies ist aber bereits durch das Inolvenzausfallgeld der Bundesagentur für Arbeit zumindest für die Monate September bis einschließlich November 2022 geschehen. Unterstützung wurde auch von wichtigen Kunden und Partnern des Unternehmens signalisiert.

Externe Sanierungsexperten unterstützen ebenfalls

Dem Geschäftsführer der Hakle GmbH stehen auch das Team um Dr. Matthias Kampshoff von der Kanzlei McDermott Will & Emery und die Sanierungsexperten der AMBG Adiutor Management- und 2 Beratungsgesellschaft mbH zur Seite. Aufgrund des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung bleibt Volker Jung, der Geschäftsführer des Hygienepapierherstellers weiterhin für das operative Geschäfts zuständig.

Darüber hinaus wird dem Geschäftsführer Dr. Jan-Philipp Hoos, Rechtsanwalt und Sanierungsspezialist bei White & Case, als vorläufiger Sachverwalter zur Seite stehen. Das Gericht hat ihn mit dem heutigen Beschluss bestellt.

Aktuelle Energie- und Materialpreise trieben Hakle in die Enge

Der traditionsreiche Hygienepapierhersteller wurde aufgrund der aktuellen Energiekrise und die damit zusammenhängenden gestiegenen Preise in die Enge getrieben: Seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ist die energieintensive Papierindustrie starken Belastungen auf den globalen Rohstoff-, Logistik- und Energiemärkten ausgesetzt. Bereits seit drei Jahren stehen viele Unternehmen vor großen Herausforderungen – vor allem auch im Gas- und Stromsektor. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich die Lage noch weiter verschärft.

Das Unternehmen konnte die stark gestiegenen Material-, Energiebeschaffungs- und Transportkosten nicht im zeitlich bzw. wirtschaftlich hinreichenden Umfang an die Kunden im Einzelhandel weitergegeben.

Die Entscheidung des Amtsgerichts Düsseldorf zugunsten der Eigenverwaltung soll das Verfahren positiv stützen und dessen Dauer im Interesse aller Beschäftigten, Kunden und Gläubiger verkürzen.

Mehr Nonfood-Themen

Likes

Teilen

0 Kommentare

0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments