Ikea-Versand kostet – manchmal viel 

Wer bei Ikea online bestellt, wird oft überrascht: hohe Versandkosten für kleine Produkte. Die Bemessung scheint oft willkürlich. liv.biz klärt auf, was dahintersteckt.

15.03.2022 Jana Wilkens 0 Kommentare 2 Likes
Ikea-Filiale vor einem bewölkten Himmel.

Ikea-Filiale vor einem bewölkten Himmel. Foto: mastrminda – pixabay.com

Ware online bestellen hat nicht erst seit der Corona-Pandemie seine Vorzüge oder manchmal sogar Notwendigkeit für Kunden. Vor allem bei großen und schweren Produkten wie Möbeln, Sofas, Betten oder gar kompletten Küchen hat die Online-Bestellung einen positiven Effekt: Der Transport muss nicht logistisch und personell durchdacht werden. Aber auch kleinere Dinge werden mit Vorzug im Internet geordert. Bequem auf der Couch durch eine Riesenauswahl klicken und am Ende ganz einfach per PayPal, Klarna, Kreditkarte oder Rechnung bezahlen. Und das alles ohne den lästigen Weg zum Möbelhaus oder in der Schlange stehen. Nachteile sind natürlich: keine professionelle Beratung, Produkte können nicht live betrachtet werden, kein Einkaufserlebnis.  

Verwirrung um Ikea Versandkosten 

Viele Kunden sind schon einmal, vielleicht auch während eines Lockdowns, im Ikea Onlineshop gelandet. Ikea ist in erster Linie ein Möbelhaus, Dekoartikel und Kleinigkeiten wie Kerzen und Co. landen aber trotzdem häufig im Einkaufswagen oder eben Warenkorb. Wer bei Ikea online bestellt, macht da manchmal große Augen: So können die Versandkosten für ein Tablett mit einem Warenwert von 24,99 Euro auch mal 39 Euro betragen. Auch ein Spiegel für 89,99 Euro kann sich der Kunde für 39 Euro nach Hause liefern lassen, was knapp 44 Prozent des Warenwerts entspricht. Gleiches bezahlt man übrigens auch für die Lieferung des berühmten Billy-Regals, was mit einem Preis von 39 Euro ausgezeichnet ist. Bei einer Couch für 379 Euro berechnet Ikea schon 69 Euro Lieferkosten, bei einem Bett für 1268 Euro sind es 129 Euro. Was sich hier abzeichnet ist, dass sich die Versandkosten nach dem Preis richten. 

Aber wie kommt es, dass dann Vorhänge für 69,99 Euro mit Versandkosten von 4,95 Euro im Ikea Onlineshop so gesehen billiger zu haben sind, als besagtes Tablett für 24,99 Euro? liv.biz hat bei Ikea nachgefragt, die Antwort der Pressestelle: 

„Bestellen Kund*innen online Artikel, prüft das System automatisch, in welchem Versandlager die Ware vorrätig ist. Sollte ein Artikel nicht in einem unserer Paketzentren verfügbar sein, bietet das System eine Lieferung per Spedition an. Die Lieferkosten werden in jedem Fall automatisch entsprechend der angebotenen Versandart ausgewiesen. Unser System zeigt unseren Kund*innen, die zur Verfügung stehenden Optionen an und gewährleistet vor Abschluss des Bestellvorgangs Transparenz bzgl. der anfallenden Kosten. Die Kund*innen können sich dann entscheiden, ob die Auslösung einer Bestellung zum genannten Preis für sie in Frage kommt. Alternativ kann an dieser Stelle im Bestellvorgang beispielsweise auch der günstige Click & Collect Service eines nahegelegenen IKEA Einrichtungshauses gewählt werden, der die freie Wahl eines Abholtermins ermöglicht.“ 

Kurz zusammengefasst: Der Preis der Ikea-Versandkosten ist abhängig davon, ob die Ware in einem bestimmten Lager vorhanden ist. Ist sie nicht in einem der Paketzentren vorhanden, muss eine Spedition beauftragt werden und es wird teurer. Wie teuer es wird, wird dem Kunden im Warenkorb angezeigt, ebenso die Alternative für den günstigeren Click & Collect Service (kostet 10 Euro).  

Wo sind die Versandkosten im Ikea Onlineshop erklärt? 

Außerdem stellt Ikea im Warenkorb auch eine Preisinformation für Versand-und Servicekosten bereit. Hier kann der Kunde dann erkennen: Es gibt Paketlieferungen bis zu einer Länge der Ware von 120 cm bis 16 kg für 4,90 Euro und über 16 kg für 9,90 Euro. Die Speditionskosten richten sich hingegen nach dem Warenwert: bis 300 Euro kostet der Versand 39 Euro, bis 600 Euro dann 69 Euro, bis 1000 Euro fallen Kosten von 99 Euro an und ab 1000 Euro muss der Kunde die Lieferung mit 129 Euro bezahlen. Und welche Lieferungsart eben möglich ist, hängt davon ab, wo die Ware gelagert wird. Das weiß der Kunde beim Stöbern durch den Ikea-Onlineshop nicht und wird dann schließlich im Warenkorb überrascht. Eine Stunde Shopping können so umsonst sein, wenn dem Kunden die Versandkosten schließlich zu teuer sind. 

Alternative zum Ikea-Versand

Was macht der Kunde also? Entweder nutzt man, wie von Ikea selbst vorgeschlagen, den günstigeren Click & Collect Service. Der Weg zum Möbelhaus ist dafür unabdingbar. Da könnte man natürlich auch direkt selbst in die Ikea Filiale gehen und die Kosten sparen – sofern das Geschäft aktuell geöffnet ist. Oder man nutzt – wie viele andere – eine Art Sharing-System. So gibt es beispielsweise Facebook-Gruppen, in denen sich sogenannte „Ikea Dekofans“ austauschen. Immer mal wieder werden dort auch die Versandkosten thematisiert, sich aufgeregt und erklärt. Es finden sich dann zum Beispiel Menschen, die demnächst einen Ikea-Besuch geplant haben und der Person den gewünschten Spiegel mitbringen und per DHL schicken wollen. Das ist dann am Ende billiger als eine direkte Ikea Bestellung. Manchmal wohnen die User, die sich hier verbinden, aber auch in benachbarten Orten, sodass sich die Lieferung erübrigt. Auf diese Weise hat Ikeas – für die Kunden mitunter verwirrende – Lieferungskostenpolitik doch sein Gutes: Es fördert die Nachhaltigkeit. 

Es kann allerdings auch passieren, dass sich Kunden so sehr aufregen, dass sie Händler-Alternativen suchen. Denn auch wenn Ikea damit wirbt, dass ihre Preise immer transparent für den Kunden sichtbar sind, ist es für ihn doch sehr schwer durchschaubar, wann welche Ware mit welchen Versandkosten versehen wird. Hinzukommend wird Transparenz nicht unbedingt dazu führen, dass Lieferkosten, die den Warenwert übersteigen, akzeptiert werden. Und eigentlich sollte doch die Kundenzufriedenheit an oberster Stelle stehen oder? 

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