Ist Maske-Tragen im Einzelhandel jetzt verboten?

Maske-Tragen im Einzelhandel ist längst nicht mehr verpflichtend, manche – wenn auch nur wenige – Menschen wollen darauf aber dennoch nicht verzichten. Dem einen oder anderen scheint das zu widerstreben. liv.biz-Redakteurin Julia-Marie Schüßler fragt sich in "Geschichten aus dem Einzelhandel", ob das Maske-Tragen beim Einkaufen jetzt verboten ist.

Eine Meinung von Julia-Marie Schüßler

04.06.2022 0 Kommentare 4 Likes
Maske, Covid, Pandemie, Corona, Verbot

Maske-Tragen im Einzelhandel ist kein Muss mehr, für so manche gehört das aber immer noch zum Alltag. Foto: Engin Akyurt – unsplash.com

Die Maskenpflicht im Einzelhandel ist erst einmal Geschichte. Das Corona-Virus gibt es natürlich trotzdem noch. Ich für meinen Teil trage weiterhin beim Einkaufen eine Maske. Denn klar ist: Die Maske schützt auch jetzt noch vor dem Virus und weiteren Infekten. Natürlich ist der Verlauf einer Corona-Erkrankung in den meisten Fällen dank der Impfungen mehr oder weniger erträglich, gebrauchen kann man sie aber nach wie vor nicht. Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt für so etwas. Deshalb versuche ich immer noch dem Virus, so weit es geht, aus dem Weg zu gehen. Da zählt das Tragen einer Maske beim Einkaufen nun einmal dazu.

Mittlerweile bin ich damit aber weitestgehend alleine. Ich sehe nur noch wenige Menschen, die in Drogerien, Lebensmittel- und Bekleidungsgeschäften eine Maske tragen. Das ist okay für mich, denn ich kann diesen Wunsch nach Normalität sehr gut nachvollziehen. Und ich kann mich ja durch das Tragen meiner FFP2-Maske zumindest größtenteils schützen. Ich habe aber mitunter das Gefühl, dass es für andere nicht okay ist, dass ich eine Maske trage. Gefühlt treffen einen verwunderte Blicke, die sicherlich auch der eigenen Vorstellungskraft entspringen können. Blicke, die sich fragen, warum ich noch eine Maske trage. Bin ich übervorsichtig? Lebe ich hinter dem Mond oder bin ich gar krank?

Maske-Tragen tut nicht weh

Nein, das ist es alles nicht. Ich möchte nur einfach immer noch nicht krank werden. Und die Maske stört mich nicht. Es ist für mich kein großes Hindernis, sie in der Tasche zu haben und sie bei Betreten eines Geschäftes aufzusetzen. Ich habe dies immerhin fast zwei Jahre getan. Es ist zur Routine geworden, es ist Gewohnheit. Weiterhin ist klar, und damit bin ich sicherlich nicht alleine, dass für manche Menschen ein Weg zur Normalität eben nicht von Null auf Hundert geht. Es ist wieder ein Herantasten an alte Situationen. Über einen langen Zeitraum wurden wir darum gebeten, große Menschenansammlungen zu meiden, es wurde uns sogar untersagt. Gefahr für unser Leben und das unserer Lieben bedeutete eine Missachtung. Dieser Gedanke ist jetzt verankert und muss gelöst werden.

ABER: Ich sehe immer noch Mitarbeiter im Einzelhandel, die eine Maske tragen. Vor ein paar Tagen habe ich mich mit einer Kassiererin unterhalten, die auch weiterhin eine Maske an der Kasse trägt. Der Grund: Sie hat am Tag Kontakt zu sehr vielen fremden Menschen, eine Erkrankung kann man nicht jedem im Gesicht ablesen. Je nach Vorerkrankung und Reaktion des Körpers kann das Corona-Virus auch heute noch einen dauerhaften Schaden im Körper anrichten – und das Maske-Tragen tut einfach nicht weh. Deswegen hält auch sie daran fest. Verständlich.

Maske-Tragen aus Respekt gegenüber Menschen im Einzelhandel

Ich trage die Maske sowieso. Aber immer, wenn ich Mitarbeiter des Einzelhandels sehe, die Maske tragen, denke ich mir: Es gebührt doch auch eigentlich der Respekt diesen Menschen gegenüber, das Ding wieder aus der Tasche zu holen und sich auf die Nase zu setzen. Während der Pandemie haben sie sich dauerhaft einem Gesundheitsrisiko für uns ausgesetzt. Und nun möchte sich so manch einer eben weiter schützen – aus gesundheitlichen, beruflichen oder auch ganz persönlichen Gründen. Das ist doch okay. Das kann man respektieren.

Die Normalität wird ganz bestimmt wiederkommen. Auch für mich. Aber ich weiß gar nicht, ob Normalität bedeuten muss, dass alles so ist wie vor Corona. Ich sehe meine Freunde, meine Familie, ich gehe auf Hochzeiten und Geburtstage. Auch hier setze ich mich einem Risiko aus, aber das ist okay für mich. Die Menschen beim Einkaufen kenne ich aber nicht, sie kennen mich nicht. Und zumindest hier kann ich ein unnötiges Risiko reduzieren – für mich und für die Mitarbeiter. Vielleicht ist das meine neue Normalität und die von manch anderen. Wenn das so ist, dann akzeptiere ich das. Das sollte jeder tun. Denn Maske-Tragen kostet nicht viel, Respekt ist sogar kostenlos.

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