Kann Zahnpasta Zähnen schaden?

Zahnpasta ist nicht gleich Zahnpasta. Was eine Zahnpasta zu einer guten Zahnpasta macht und wie sie mitunter den Zähnen schaden kann, hat uns Dr. med. dent. Angelika Brandl-Riedel, Vorstandsvorsitzende Deutscher Zahnärzte Verband e.V., im Interview verraten.

12.09.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 3 Likes
Nicht jede Zahnpasta ist für jeden Zahn geeignet.

Nicht jede Zahnpasta ist für jeden Zahn geeignet. Foto: Sali – unsplash.com

Was macht eine gute Zahnpasta aus?

Eine gute Zahnpasta sollte einen ausreichend hohen Fluoridgehalt beinhalten. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säure und Bakterien. Sie finden die Angabe über die Höhe des Gehaltes in ppm (parts per million) angegeben. Dieser sollte bei bei 1000 bis 1500 ppm für Erwachsene liegen. Eine gute Zahnpasta enthält also zwischen 0,1 und 0,15 Prozent Fluorid.

Bei Kindern bis zu 6 Jahren liegt die Empfehlung bei 1000 ppm des Spurenelements in der Paste. Hier ist auf die Dosierung zu achten: Bis zum zweiten Lebensjahr sollte eine Reiskorn-große Menge auf die Zahnbürste gegeben werden. Ab dem zweiten bis zum sechsten Lebensjahr eine Erbsen-große Menge. Die zusätzliche Fluorideinnahme in Tablettenform ist bei fluoridhaltigen Pasten ohne ärztliche Rücksprache nicht zu empfehlen.

Die in der Zahnpasta enthaltenen Tenside bewirken, dass die Zahnpasta aufschäumt. Dadurch werden die Inhaltstoffe im ganzen Mundraum gleichmäßiger verteilt. Zahnbeläge und Speisereste können besser entfernt werden. Geschmacksstoffe sollen den Reinigungsvorgang angenehm sein lassen.

Wie sieht es mit Versprechungen wie „weißere Zähne durch Zahnpasta“ aus? Ist das möglich?

Durch das Zähneputzen werden auch eventuelle Zahnverfärbungen aus Speisen und Getränken erfolgreich entfernt. Dadurch verschwinden dunkle Schleier und die Zähne erscheinen wieder in der eigenen Farbe und wirken heller.

Kann bestimmte Zahnpasta den Zähnen auch schaden?

Wenn die Zahncreme scharfkantige Abrasivstoffe enthält, könnte dadurch beim Putzen der Zähne die Oberfläche der Zähne geschädigt werden.

Hier ist ein wichtiges Merkmal der RDA-Wert. Dieser gibt an, wie abrasiv die Zahnpasta ist. Bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen, sollten Sie eine wenig abrasive Zahnpasta (RDA 0 bis 40) verwenden. Sind Zähne und Zahnfleisch gesund, können Sie bedenkenlos eine Zahnpasta mit einem RDA-Wert von bis zu 80 nutzen.

Welche Produkte heben sich Ihrer Meinung nach von anderen ab?

Heute sind in der Regel gängige Zahnpasten gut. Man sollte allerdings beachten, dass die Zahnpasta ausreichend Fluoride enthält, einen angenehmen Geschmack hat und die Schleimhäute nicht reizt. Hier sind die Geschmäcker sehr individuell.

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