Materialwunder Emaille

„Emaille“ heißt der neuste Trend in Sachen Kochgeschirr. Egal, ob Tasse, Schüssel, Topf oder Pfanne: Emaille ist vielseitig einsetzbar und sieht obendrein auch noch top aus. liv.biz zeigt Ihnen, wo das Materialwunder hergestellt wird und erhältlich ist. 

25.03.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 1 Likes
Emaille-Geschirr von Riess in den verschiedensten Formen und Farben.

Emaille-Geschirr von Riess in den verschiedensten Formen und Farben. Foto: RIESS KELOmat GmbH

„Emaille“ ist aktuell so gefragt wie schon lange nicht mehr. Denn auch, wenn so manch einem Emaille als flatschneuer Werkstoff in der Küchenwelt erscheint, hat er in Wirklichkeit eine beachtliche Geschichte vorzuweisen. So zeigen Grabfunde aus dem griechischen Mykene, dass Emaille schon vor über 3000 Jahren für das Schmuck- und Kunsthandwerk genutzt wurde. Und das in den verschiedensten Kulturen. Prominent zur Geltung brachte sie zum Beispiel auch Carl Peter Fabergé auf seinen berühmten Fabergé-Eiern. Er nutzte Emaille zwischen 1885 und 1917 zur Verzierung seiner gefragten Kunstwerke. 

Ende des 19. Jahrhunderts begann Emaille dann schließlich ihre Karriere in der Küche: Dank der rostfreien Oberflächenversiegelung, hoher Hygiene und leichter Reinigung wird sie dort seitdem sehr geschätzt. Heute findet man Emaille aber auch in vielen technischen Einsatzbereichen, im Sanitärbereich, in der Wasseraufbereitung, im Behälterbau und sogar in der Weltraumtechnik. 

Riess Emaille 

Und wer heute Emaille-Produkte herstellen und vertreiben möchte, kommt an einem Namen nicht vorbei: Riess. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit Sitz in Österreich begann bereits 1922 zu emaillieren und seit 1926 machen sie das sogar mit eigener Wasserkraft – das bezeichnet man heute als CO2-neutrale Herstellung. Neben Riess gibt es nur wenige Hersteller. In Deutschland ist da zum Beispiel Münder Email GmbH aus Pohle zu nennen, die nach eigenen Angaben zu einer der ganz wenigen verbliebenen Emaillewerkstätten in Deutschland” zählen. Im Sortiment finden sich Geschirr, Schilder, Garten-Accessoires und Pflanzenstecker. 

Den aktuellen Boom kann Friedrich Riess nur bestätigen:  

Ja diesen Trend merken wir absolut und als regionales Unternehmen aus Österreich freut es uns, dass viele Konsumenten sowohl das Material ihres Kochgeschirrs als auch die Herkunft hinterfragen und sich für Emaille aus nachhaltiger Produktion entscheiden.“  

Was ist eigentlich Emaille? 

Und dabei ist Emaille selbst ein „rundum natürliches Material“: Spezielle silikatische Gläser werden bei 850°C mit Eisen verschmolzen, wodurch ein neuer Verbundwerkstoff entsteht. Er kombiniert die positiven Eigenschaften von Glas und Metall. So ist die emaillierte Oberfläche porenfrei, Bakterien können sich so nur schwer festsetzen und sie ist leicht zu reinigen. Emaille kann deshalb ideal zum Kochen und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet werden. Doch für Riess ist auch die Optik, vor allem Design und Farbe, für die gesteigerte Nachfrage ausschlaggebend: „Kochgeschirr ist in offenen Küchen von heute auch ein ästhetischer Faktor.“ Und damit kann Emaille ganz gewiss punkten. 

Emaille ist Handarbeit 

Doch Emaille überzeugt auch durch ein weiteres Qualitätsmerkmal: Handarbeit. „Es braucht bis zu 35 meist manuelle Arbeitsschritte, bis ein Emaille-Produkt fertig für den Versand ist“, sagt Riess. Und das sind einige davon: 

  • Die Rohware wird zunächst im Tiefziehverfahren hergestellt.  
  • Griffe werden angeschweißt, Kanten bearbeitet, Löcher gestanzt.  
  • Die Emaillierung geschieht mit dem sogenannten Emailleschlicker durch manuelles Eintunken oder Spritzen. 
  • Im Anschluss wird jedes Stück einzeln zum Trocknen aufgehängt, bevor es in den Brennofen kommt.  

 

Kontrolle nach dem Tiefziehen.
Kontrolle nach dem Tiefziehen. Foto:RIESS KELOmat GmbH
Tauchen in den Emailleschlicker.
Tauchen in den Emailleschlicker. Foto: RIESS KELOmat GmbH
Eine Fleischkelle wird grün emailliert.
Eine Fleischkelle wird grün emailliert. Foto: RIESS KELOmat GmbH
Schöpflöffel und Schalen beim Trocknen.
Schöpflöffel und Schalen beim Trocknen. Foto: RIESS KELOmat GmbH

Deutschland liebt Emaille 

Mehr als die Hälfte der so hergestellten Produkte verlassen Österreich. Riess exportiert in 35 Länder weltweit, Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt. „Der Markt hat sich in den letzten Jahren stetig entwickelt, da die Konsumenten auch in Deutschland die Emaille wiederentdecken. Unsere Händler freuen sich über unsere Emaille-Produkte im Sortiment, denn die Nachfrage ist hoch“, sagt Riess. Um der gerecht zu werden, entwickelt das Familienunternehmen sein Sortiment stetig weiter. „Da Emaille durch seine bakterienhemmende Eigenschaft und Langlebigkeit auch für das Aufbewahren im Trend liegt, bringen wir dieses Jahr die multifunktionalen Vorratsbehälter auf den Markt“, sagt Riess. Einsatzmöglichkeiten gebe es viele, so wie neue Ideen.  

Ein Shop in Deutschland, der Riess Emaille vertreibt, ist Liv Emaille in Berlin. „Wir bekommen die meisten Produkte aus Europa, allerdings gibt es weltweit nicht mehr so viele Werke. Daher stammen einige Produkte auch aus Asien”, sagt Stephan Antusch. Die Themen Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung haben laut Antusch auch in Deutschland in den vergangenen Jahren an Stellenwert gewonnen. „Daher merken auch wir eine höhere Nachfrage”, bestätigt Antusch den neuen Trend in der Küchenwelt. Also sagen wir von liv.biz: ran ans Emaille-Geschirr! 

Ein Traum in Pastell von Riess.
Ein Traum in Pastell von Riess. Foto: RIESS KELOmat GmbH
Emaille-Schalen von Riess.
Emaille-Schalen von Riess. Foto: Fotostudio Manfred Lang
Riess-Produkte im klassischen Weiß
Riess-Produkte im klassischen Weiß. Foto: RIESS KELOmat GmbH
Fertige Riess-Produkte.
Fertige Riess-Produkte. Foto: RIESS KELOmat GmbH

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