Nonfood aus der Bienen-WG

Der österreichische Imker Ronald Royer weiß, was Wildbienen wollen: Freiheit, Respekt und einen optimalen Lebensraum, in dem sie sich wohlfühlen. Den gibt er ihnen in der Steiermark, als Dankeschön erhält er von seinen tierischen Mitarbeitern nachhaltige Produkte, die es unter dem Label VOM REITER zu kaufen gibt.

07.04.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 3 Likes
Der Imker vom Reiter, Ronald Royer, gibt mittlerweile 30 Bienenvölkern ein Zuhause

Der Imker vom Reiter, Ronald Royer, gibt mittlerweile 30 Bienenvölkern ein Zuhause. Foto: VOM REITER

Wenn Ronald Royer mit seinen Bienen einen Plausch halten könnte, ist er sich sicher, dass es so ablaufen würde: „Ich denke, wir würden uns gegenseitig ‚Danke‘ sagen. Denn schließlich rette ich sie vor Parasiten und Krankheiten und im Gegenzug ernte ich Honig, Propolis und Bienenwachs.“ Für Royer sind die Bienen nämlich mehr als einfach nur Dienstleister. Er weiß: Wildbienen kann man nicht einsperren, als Imker bietet man Ihnen eine Wohlfühl-Oase und bekommt dafür etwas zurück. Respekt und gegenseitige Wertschätzung sind die Basis dieser Zusammenarbeit. „In einer Imkerei geht man eine Symbiose mit den Insekten ein. Man arbeitet auf Augenhöhe an einem gemeinsamen Ziel. Und das ist, die Bienen zu stärken und so lange wie möglich zu erhalten“, sagt Royer.

VOM REITER und die Bienen

2015 bekam Royer seine ersten drei Bienenvölker von seinem Großvater geschenkt, heute gibt er bereits 30 ein Zuhause. Das Wohl der Tiere hat für Royer oberste Priorität, keines kommt bei seiner Arbeit zu schaden. Das entspricht auch dem Leitsatz seiner Arbeit: der Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit bedeutet für mich, im Einklang mit der Natur zu arbeiten und im besten Fall mehr zurückzugeben als man entnimmt.“

Aus dieser tollen Symbiose von Mensch und Tier entstehen bei VOM REITER die verschiedensten Produkte, die ganz natürlich nachhaltig sind. Neben Honig und Likör in den verschiedensten und teilweise ausgefallensten Geschmacksrichtungen, macht Royer auch Kerzen. „Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Produktideen, die ich selbst herstellen kann und die natürlich im Zusammenhang mit Bienen, Natur und Nachhaltigkeit stehen. Im Herbst habe ich angefangen einfache Stumpenkerzen herzustellen.“

Wie werden Bienenwachskerzen eigentlich hergestellt?

Zunächst einmal zum Wachs: Wachs ist der Baustoff der Bienen. Sie produzieren Wachs, um Waben und Zellen erschaffen zu können. Hier schlüpft später die Brut, Pollen und Nektar werden eingelagert, die später auch zu Honig umgewandelt werden. Je länger die Waben aber im Volk hängen, desto verunreinigter werden diese – und zwar durch das Bebrüten der Bienen. Nach etwa drei Jahren muss ein Imker die alten, dunklen Waben entnehmen und durch sogenannte „Mittelwände“ ersetzen. Mittelwände sind Wachsplatten, die die typische Wabenstruktur enthalten. Durch den Austausch werden Krankheiten und Pilzsporen vermieden.

Die alten Waben werden schließlich eingeschmolzen und gereinigt, ein Teil davon wird wieder zu den „Mittelwänden“ gepresst. „Somit hilft man den Bienen ein wenig und es sorgt auch für die nötige Stabilität. Die Bienen müssen nicht unnötig Energie aufwenden, um die komplette Wabe erneut zu produzieren“, sagt Royer. Sehr altes Wachs wird letztendlich aus dem Kreislauf ausgeschieden und kann dann zur Kerzenherstellung verwendet werden.

Und hierbei setzt Royer natürlich auf Handarbeit – wie bei all seinen Produkten. „Am Ende des Tages erfüllt es mich am meisten, wenn ich etwas mit meinen eigenen Händen erschaffen habe. Wenn man ein fertiges Produkt in den Händen hält, merkt man erst so richtig, was man den ganzen Tag über getan hat. Und wenn es dann noch nachhaltig ist und einem guten Zweck dient, habe ich die größte Freude dabei“, sagt Royer.

Seine Kerzen gießt er neuerdings in portugiesische Keramik – Trinkbecher, die man nach dem Runterbrennen der Kerzen, auskochen und wieder verwerten kann. Denn: „Bienenwachs ist ein rein natürliches Material und daher nicht gesundheitsschädlich.“ Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

Hier gießt Royer das Wachs (Links) und die Propolis (Mitte) in die Behälter für Kerzen und Lippenplegestift. Rechts sehen Sie die fertigen Kerzen im Keramikbecher. Foto: VOM REITER

„Kerzen in einem Gefäß sind einfach sicherer und deshalb habe ich recherchiert in welchem Gefäß ich meine Kerzen gießen kann. Ich wollte keine Einweggläser benutzen, die nach Abbrennen entsorgt werden müssen. Nach dem Motto ‚Einweg ist kein Weg‘ suchte ich nach Alternativen, die man nach der Benutzung als Kerze weiter verwenden kann“, sagt Royer.

So ist er schließlich auf Keramik gestoßen – und zwar auf portugiesische. Royer entdeckte eine kleine Manufaktur, die schlichte, formschöne Keramikbecher in Portugal herstellt. Die Tatsache, dass so in Europa produziert wird, war für ihn auch sehr wichtig. „Da blieb ich hängen und wollte gar nicht mehr weiter suchen.“

Bienenpate werden

Und so gibt es die Kerzen bei VOM REITER in den verschiedensten Keramikbechern. Aber eines ist sicher: Royer versucht sein Sortiment immer zu erweitern. liv.biz ist gespannt, was da noch für tolle Produkte folgen.

Übrigens: Bei VOM REITER kann man auch Bienenpate werden. Ab einem Euro kann man eine Wildbiene auf seinen Wunschnamen taufen und unterstützt damit die Pflege und Versorgung der Bienenvölker. Wir finden: ein kreatives und sinnvolles Geschenk für das bevorstehende Osterfest.

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