Nonfood-Sektor meets Innovation

Der Nonfood-Handel ist auf innovative Produkte angewiesen, um attraktiv zu bleiben. Warum es hier im Sektor Redebedarf gibt und wie die "Retail Innovation Days" der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn Händler dabei unterstützen können, erfahren Sie bei liv.biz.

05.09.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 1 Likes
Die „Retail Innovation Days 2022“ finden am 13. und 14. September am Bildungscampus der DHBW Heilbronn statt.

Die „Retail Innovation Days 2022“ finden am 13. und 14. September am Bildungscampus der DHBW Heilbronn statt. Foto: jarmoluk – pixabay.com

Wie der Name bereits verrät, geht es bei den „Retail Innovation Days 2022“ am Bildungscampus der DHBW Heilbronn am 13. und 14. September um Innovationen im Handel. Ganz klar, dass hier Nachhaltigkeit und Digitalisierung auf dem Programm stehen. Und natürlich geht es auch darum, wie sich diese Trends in der Nonfood-Branche widerspiegeln.

Nachhaltigkeit hat für Einkäufer keine herausragende Bedeutung

Dass hier Redebedarf vor allem im Nonfood-Sektor besteht, zeigt die aktuelle Studie „Adaption von neuen Non-Food-Produkten im Handel – Eine Analyse von Kriterien und Methoden“ von Prof. Dr. Kortum, Studiengangsleiter BWL-Handel an der DHBW Heilbronn. Denn klar ist: Es gibt Innovationen im Nonfood-Segment, nur finden nicht alle ihren Weg in die Regale des deutschen Einzelhandels. Eine entscheidende Rolle spielen hier Einkäufer, sie entscheiden, ob ein Nonfood-Produkt ins Sortiment aufgenommen wird oder nicht. Einkäufer übernehmen eine gewisse Filterfunktion, welche Faktoren hier entscheidend sind, wurde in einer Online-Befragung von 122 Nonfood-Einkäufern von November bis Dezember 2020 analysiert.

Nonfood-Einkäufern geht es – zumindest nicht vorrangig – um Profit. Bedeutender sind die folgenden Kriterien:

  • Vereinbarkeit mit gesetzlichen Vorgaben
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Lieferfähigkeit der Produkte

Erst nach dieser Top 3 folgen die Faktoren Rohertrag und Handelsspanne. Wichtig, aber außerhalb der Top 10, sind Produkteigenschaften und Timing. Als weniger wichtig bewerten Nonfood-Einkäufer Beiträge der Lieferanten zu den Promotions und auch Nachhaltigkeit – diese nur bei strikten Vorgaben ausschlaggebend.

Nachhaltigkeit muss an Bedeutung gewinnen

Ausgemacht werden konnten außerdem drei Einkäufertypen:

  • Gruppe 1: Einkäufer bis 40 Jahre, sind für internationale Absatzmärkte verantwortlich, verlangen eine hohe Produkt-Funktionalität
  • Gruppe 2: Einkäufer sind durchschnittlich über 40 Jahre alt und arbeiten seit mehr als 15 Jahren im Einkauf, Gewinnpotenzial und Produktaktzeptanz sind entscheidend, Bedeutung von Nachhaltigkeit wird höher bewertet als bei jüngeren Einkäufern (45 Prozent der Befragten sind in diese Gruppe einzugliedern)
  • Gruppe 3: fokussiert sich auf eine niedrige Produktperformance bei Abstrichen von Profitabilität und Vertrauen in Lieferantenbeziehungen

Das Thema „Nachhaltigkeit“ findet aktuell also nur wenig Anklang unter Nonfood-Einkäufern, das wird sich aber ändern müssen, sagt auch Kortum. „Es bleibt spannend: Vor allem die Digitalisierung und die Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz werden den Einkauf als Kerntätigkeit des Handels werter gravierend verändern. Noch sind Einkäufer Personen mit eigenen Motiven und Präferenzen“.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit bei den „Retail Innovation Days“

Umso wichtiger, dass diese Themen auf den diesjährigen „Retail Innovation Days“ thematisiert werden. Am 13. September erwarten Teilnehmende Vorträge zu den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Transformation im Nonfood-Handel“. Zu Gast ist unter anderem Prof. Dr. Thomas Klindt, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Er wird unter dem Titel „Das Lieferkettenrecht – ein gutes Ziel, aber mit tausend Fallstricken“ informieren. Außerdem wird es eine Podiumsdiskussion zu „Karrierechancen im Handel“ mit Unternehmer Ralf Dümmel, Prof. Dr. Kortum und Handelsstudierenden geben. Weiterhin wird am ersten Tag der Retail Innovation Award verliehen.

Der 14. September startet mit dem Themenblock „Store of the Future“. Hier begrüßt Prof. Dr. Stephan Rüschen, Studiengangsleiter Food-Handel an der DHBW Heilbronn, die Zuhörenden. Zu Gast sind außerdem Manuel Cranz, Vice President Enterprise Architecture von Fressnapf und Jan Gerlach, Commercial Director von Knuspr.de. Im letzten Themenblock „Metaverse & NFTs“ kommen mitunter Max Michel, Client Partner von Meta, und Corinna Dahlhaus, Leiterin Marketing und Sales von Deiters zu Wort. Weitere Infos zum Programm und zu den Tickets gibt’s hier.

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