„Ohne Produktinnovationen haben wir nur Wiederholer“

Endlich wieder live und zum Anfassen – die "Retail Innovation Days" fanden am 13. und 14. September auf dem Bildungscampus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn statt. Wie wichtig Innovationen für den Nonfood-Handel sind und wie die Gewinner des "Retail Innovation Awards" ausgewählt werden, berichtet der Studiengangsleiter BWL-Handel, Prof. Dr. Carsten Kortum, im liv.biz-Interview.

13.09.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 0 Likes
Die „Retail Innovation Days 2022“ finden am 13. und 14. September am Bildungscampus der DHBW Heilbronn statt.

Die „Retail Innovation Days 2022“ finden am 13. und 14. September am Bildungscampus der DHBW Heilbronn statt. Foto: qimono – pixabay.com

Wie wichtig sind Veranstaltungen wie die „Retail Innovation Days“ in Krisenzeiten?

Bedingt durch die Pandemie ist der persönliche Austausch doch ein wenig eingeschlafen und Online-Formate, wenn auch inzwischen meist sehr gut umgesetzt, kommen an ihre Grenzen. Wir sehen uns aber nicht als Krisenevent. Im Mittelpunkt stehen Innovationen und der Austausch dazu wie auch in den ersten fünf Live-Events.

Prof. Dr. Carsten Kortum, Studiengangsleiter BWL-Handel an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn.

Prof. Dr. Carsten Kortum, Studiengangsleiter BWL-Handel an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Foto: DHBW

Wie viele Teilnehmer werden erwartet?

Wir gehen von circa 250 Teilnehmern über die beiden Tage aus. Einigen Studierenden werden wir auch den Zugang ermöglichen. Diese unterstützen uns ja auch bei der Durchführung. Wir haben keinen Dienstleister dafür, nur unsere Mitarbeiter und Studierenden.

Wie wichtig sind Innovationen für den Nonfood-Handel?

Ohne Produktinnovationen haben wir nur Wiederholer mit garantiert sinkenden Umsätzen von Jahr zu Jahr im Angebot. Dann wird Nonfood gerade im LEH unweigerlich an Bedeutung verlieren. Daher benötigen wir mehr Experimente und Risikoneigung zu innovativen Artikeln.

Aber auch über Prozessinnovationen muss vermehrt nachgedacht werden. Die Möglichkeiten der Digitalisierung sind hier kaum ausgeschöpft. Die DIY-Händler sind schon weiter als der LEH mit zum Beispiel Curated Shopping und Videoberatung. Auch über neue Geschäftsmodelle ist eine Diskussion notwendig. Der Pure Online-Handel ist nach langen Wachstumsphasen auch mit Umsatzrückgängen und Profitabilitätsproblemen konfrontiert.

Wer sitzt in der Jury für den Retail Innovation Award? Nach welchen Kriterien wird die Jury ausgewählt?

In der Jury sitzen neben uns Professoren Björn Peters von der Wünsche Group, Babak Kharabi von KODi, Kay Linke von MÄC-GEIZ und Christina Sailer von Weltbild. Alle sind ausgewiesene Handelsprofis in Führungspositionen.

Welche Kriterien sind entscheidend für die Verleihung des Retail Innovation Awards? Gibt es Favoriten?

Wir bewerten die Innovationen unter anderem anhand des Innovationsgrades und der Akzeptanz im Absatzmarkt – hier geht es im Speziellen um die Kunden-Akzeptanz von neuen Technologien im Handel.

Es gibt eine Reihe von Favoriten. Wir werden in der Jury eine Vorauswahl treffen, die Gewinner bestimmen dann die Teilnehmer.

Gibt es schon Planungen für das kommende Jahr?

Wir werden auch im nächsten Jahr unsere „Retail Innovation Days“ durchführen, der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Offen sind natürlich noch die Themen der Sessions. Da versuchen wir immer aktuell zu bleiben.

 

Übrigens: Wer nicht vor Ort sein kann und dennoch Lust auf Nonfood-Innovationen hat, der kann die Retail Innovation Days 2022 via Live-Stream verfolgen. Hier geht’s zur Online-Veranstaltung. 

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