Schere gut, alles gut!

Die Schere ist das neue Messer – zumindest auf dem asiatischen Markt. Über die Verwendung der Schere in Deutschland und deren Zukunftsaussichten hat liv.biz mit Julia Vossmann von der Scherenmanufaktur Paul in Harsefeld gesprochen. 

15.03.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 4 Likes
Bastelschere Auf Safari von der Scherenmanufaktur Paul.

Bastelschere „Auf Safari“ von der Scherenmanufaktur Paul. Foto: Scherenmanufaktur Paul

Die Schere führt ein völlig unterschätztes Dasein. So ist sie fast überall zu Hause und liegt mehrmals täglich in der Hand, eine besondere Wertschätzung erhält sie für ihre Leistung aber nicht. Geschenkpapier, Nägel, Stoff schneiden – mit der Schere kein Problem, sie ist ein echter Allrounder. Dafür reicht allerdings meistens eine kostengünstige Version, die fast jeder Discounter zu bieten hat. Viel Geld möchte man in Deutschland oftmals nicht in eine Schere investieren, in den großen Bruder Messer hingegen schon.  

Der asiatische Markt liebt Scheren

Das sei in asiatischen Ländern wie Taiwan ganz anders, sagt Julia Vossmann von der Scherenmanufaktur Paul. Denn dort wird sie neben den klassischen Einsatzgebieten auch in einer für uns bisher von Messern dominierten Welt verwendet: der Küche. Eine andere Esskultur sei ausschlaggebend: „In Asien hat jede Mutter eine Schere in ihrer Handtasche, weil sie das Essen klein schneidet.“ In Deutschland kommt die Schere eher selten in Kontakt mit Lebensmitteln, in Taiwan ist das selbstverständlich. 

Geschäftsführer Sebastian Vossmann mit seiner Frau Julia Vossmann.

Geschäftsführer Sebastian Vossmann mit seiner Frau Julia Vossmann. Foto: Oliver Reetz

Der asiatische Markt sei daher für die Scherenmanufaktur besonders interessant, hier ziehe vor allem das Label „Handmade in Germany“. In Taiwan, China, Japan und Co. zahle man gerne einen höheren Betrag für deutsche Qualitätsware, was mit Sicherheit auch an dem dortigen Stellenwert der Schere liege. In Deutschland wolle kaum jemand 30 Euro für eine Schere ausgeben, sagt Vossmann. Deshalb hat sich die Scherenmanufaktur Paul etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine individuelle Widmung auf der Schere. So können die Produkte mit Namen, Sprüchen und Emojis versehen werden. „Ich glaube dadurch haben wir einen guten Zugang zu den Kunden gefunden“, sagt Vossmann. 

Scheren als kreatives Mitbringsel

Die Scheren seien so perfekte und vor allem besondere Geschenke als Alternative zu den altbewährten Blumen oder der Flasche Wein. Doch das ist nicht alles: Ein ausgefallenes Sortiment bietet ein Mitbringsel für jede Gelegenheit. Blumen-, Fell- und Pizzascheren sind nur drei der originellen Exemplare. Dazu bietet die Scherenmanufaktur aus Harsefeld noch Zubehör wie Etuis aus Filz und Leder oder Aufbewahrungsmäppchen. Ein Schmankerl für Dackelfans hat das Unternehmen außerdem in petto: Karten, Anhänger, Leinen und Taschen gibt es unter der Marke „Greta & Paul“ – Greta ist übrigens der Manufaktur-Dackel. 

So wird die Gartenarbeit richtig bunt – mit der Blumenschere in lila.
So wird die Gartenarbeit richtig bunt – mit der Blumenschere in lila. Foto:Scherenmanufaktur Paul
Die Küchenschere macht dem Messer Konkurrenz.
Die Küchenschere macht dem Messer Konkurrenz. Foto:Scherenmanufaktur Paul
Das Scherenset
Das Scherenset „Pfirsich trifft Orange“ bestehend aus Blumen-, Bastel – und Küchenschere. Foto:Scherenmanufaktur Paul

Handgemachte Scheren und der Online-Handel

Der Vertrieb der Scheren läuft fast ausschließlich über den Onlineshop, vereinzelt findet man die handgefertigten Produkte in Concept Stores. „Der Handel in Deutschland wird nie komplett Scheren kaufen beziehungsweise sein ganzes Sortiment darauf aufbauen“, sagt Vossmann. Scheren machen im deutschen Handel nur einen kleinen Teil des Landen-Angebots aus. Und dort konkurriert die Scherenmanufaktur mit einfach produzierten und daher kostengünstigen Alternativen. Der Onlineshop sei die einzig rentable Option. 

Für Vossmann ist aber eines klar: Scheren wird es immer geben. „Eine Schere ist im Verhältnis zum Messer immer das Doppelte“, sagt Vossmann. Und so gibt es für sie auch kein Produkt, was die Schere jemals gänzlich ersetzen kann.

Wir finden: Lang lebe die Schere – vor allem wenn sie so schick aussieht, wie bei der Scherenmanufaktur Paul.

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In 90 Sekunden zur Schere. Video: Scherenmanufaktur Paul

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