So reagiert der Nonfood-Handel auf drohenden Blackout

Blackout – ein Begriff der einst durch den Roman-Autor Marc Elsberg geprägt wurde, könnte in der kommenden Heizperiode Wirklichkeit werden. Ist im Buch und in der darauf basierenden Serie ein Hackerangriff die Ursache, könnten nun Heizlüfter der ausschlaggebende Faktor sein. liv.biz hat den Nonfood-Handel gefragt, welche Vorbereitungen für einen flächendeckenden Stromausfall getroffen werden.

14.09.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 3 Likes
Droht in der kommenden Heizperiode ein Blackout?

Droht in der kommenden Heizperiode ein Blackout? Foto: Alexandra_Koch – pixabay.com

Wie wahrscheinlich ist ein flächendeckender Blackout in der kommenden Heizperiode? Die Antworten auf diese Frage fallen derzeit sehr unterschiedlich aus. Was für die einen Experten bloße Panikmache ist, ist für andere ein realistisches Szenario. So sagte Energie-Experte Christoph Maurer beispielsweise dem Fernsehsender n-tv: „Die Angst ist zu einem großen Teil Panikmache“. Für Sicherheitsexperte und Chef der „Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft“, Dr. Christian Endreß, sind mögliche Blackouts aber durchaus real: „Die direkten Auswirkungen werden im Verlust von Heizung im Winter, Kühlung im Sommer, elektrischem Licht, Telefon, Internet, Rundfunk-/TV-Empfang, der Lebensmittelbevorratung durch Kühlen oder Gefrieren sowie auch im möglichen Verlust der Trinkwasserversorgung liegen“, sagt er BILD.

Das größte Problem in den bevorstehenden kalten Jahreszeiten: elektrische Heizgeräte. In den letzten Monaten gingen viele Produkte über den Ladentresen, gehen alle gleichzeitig ans Stromnetz, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Überlastung. Die Politik gibt hier allerdings noch Entwarnung: Klimaschutz-Minister Robert Habeck sieht die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet, der bayerische Ministerpräsident möchte hingegen AKW-Laufzeiten verlängern.

So reagiert der Nonfood-Handel

Ein Bild der Uneinigkeit zeichnet sich ab, das auch der deutsche Nonfood-Handel widerspiegelt. liv.biz hat bei verschiedenen Händlern nachgefragt, wie sie mit einem möglichen Blackout umgehen. Die Antworten:

„Es ist unsere unternehmerische Verantwortung, die Grundversorgung auch im Fall eines Stromausfalls sicherzustellen. In Bezug auf die Gasversorgung stehen wir im engen Austausch mit Politik und dem Handelsverband, um geeignete Maßnahmen zu finden, die systemrelevante Lebensmittelketten schützen.“ – ALDI SÜD

„Die Optimierung des Energieverbrauchs bei ROSSMANN ist nicht erst seit der Energiekrise ein starkes Thema. Als Unternehmen stehen wir ohne Einschränkungen hinter den Maßnahmen der Bundesregierung.

Der überwiegende Teil der in der Verordnung geforderten Maßnahmen ist bereits umgesetzt – wie das Geschlossen-Halten der Ladentüren, wenn diese gerade nicht für den Ein- beziehungsweise Ausgang genutzt werden. Auch wird schon ein großer Teil unserer Werbeanlagen nachts abgeschaltet. Hier haben wir jetzt nochmals optimiert und beleuchten einige Schriftzüge auch tagsüber gar nicht mehr. Die Anpassung der Temperatur in unseren Arbeitsstätten war bereits vor Inkrafttreten der Verordnung bei ROSSMANN für die Herbst/Wintermonate beschlossen worden.

Darüber hinaus glauben wir, dass es noch zahlreiche größere und kleinere Stellschrauben gibt, durch die sich weitere Effekte erzielen lassen. Erste Tests, die wir in den letzten Wochen durchgeführt haben, sind bereits sehr erfolgreich gewesen. Für valide Zahlen ist es aktuell noch etwas früh, da jede Filiale individuelle Parameter mit sich bringt.

Für unsere Kundinnen und Kunden werden diese Maßnahmen kaum spürbar sein. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir kommunikativ eng mitgenommen, denn sie sind es, die ihre jeweilige Filiale am besten kennen. Gefragt ist jetzt der Ideenreichtum aller. Wir sind davon überzeugt, dass noch mehr möglich ist und rufen daher im September zu einem Ideenwettbewerb auf, um die versteckten Potenziale zu finden – und das nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen.“ – ROSSMANN

„Das von Ihnen angedachte Szenario scheint aktuell nicht wahrscheinlich. Zudem beobachten wir tagtäglich die Bemühungen von Regierung und Wirtschaft, die vielfältigen geopolitischen Herausforderungen bestmöglich zu managen und gesellschaftspolitisch verantwortlich zu gestalten. Eben daran beteiligen wir uns gerne, nicht aber am Befeuern zweifelhafter Spekulationen.“ – OTTO

Das können Verbraucher tun

Vorsorgen ist natürlich gut. Was Nonfood-Artikel betrifft: Batterien, Kerzen, Teelichter, Streichhölzer und Co. sind Licht- und Wärmequellen auch ohne Strom. Aber hier sollten natürlich keine Hamsterkäufe getätigt werden, wie zum Beginn der Corona-Pandemie. Einen gewissen Vorrat für den Notfall sollte ohnehin jeder im Haus haben, für das Horten von Nonfood-Artikeln besteht aktuell aber keine Notwendigkeit. Denn hier sollte man sich auch der Folgen für den Handel bewusst sein.

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