Machen Sie Fotos!

Manchmal muss es analog sein: Während die Bilder auf dem Smartphone ab und an verloren gehen, sind sie sicher aufbewahrt in einem Fotoalbum. Warum gerade Bilder zum Anfassen so wichtig sind, verrät Ihnen liv.biz.

17.04.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 2 Likes
Fotos halten besondere Momente fest – für ganz lange Zeit.

Fotos halten besondere Momente fest – für ganz lange Zeit. Fotos: Gadini – pixabay.com

4264 Fotos habe ich auf meinem Smartphone – Bilder, die ich selber aufgenommen habe, Bilder die mir zugesendet wurden. Da ist natürlich viel Quatsch dabei, lustige Memes und Sprüche, deren Verlust nicht essentiell wäre. Bei etwa 1000 wäre es das. Und genau das ist mir auch schon viele Male passiert. Handy kaputt, PC-Festplatte im Eimer, keines der Bilder auf irgendeinem USB-Stick oder in einer Cloud gesichert. Für immer verloren all diese Erinnerungen.

Alte Bilder von meiner ersten analogen Kamera hingegen habe ich noch. Etwa 30 verschiedene Sequenzen wie meine kleine Cousine ihre neue Puppe zu Weihnachten ausprobiert, von der unteren Kopfhälfte meines Papas, von irgendwelchen Gegenständen, die ich in der Wohnung gefunden habe. In einer großen Kiste sind sie alle zusammen mit Bildern von Freunden, dem längst verstorbenen Hund meiner Großeltern und Urlaubslandschaften. Seit teilweise 25 Jahren überdauern sie in dieser alten Kiste und werden von mir regelmäßig angesehen.

Die Geschichte der Fotografie

Erfunden wurde die Fotografie bereits Anfang des 19. Jahrhunderts, genauer 1826. Joseph Nicéphore Niépce gilt als Erfinder, gelang es ihm doch das erste beständige Bild aufzunehmen. Acht Stunden belichtete er eine mit Asphalt beschichtete Zinnplatte, das Motiv: der Ausblick aus seinem Arbeitszimmer im französischen Saint-Loup-de-Varennes. Fast jeder hat dieses Bild schon einmal gesehen.

Für eine kürzere Belichtungszeit wurden schließlich von dem Maler Louis Jacques Mandé Daguerre Kupferplatten und Quecksilberdämpfe eingesetzt, die Kommerzialisierung nahm ihren Lauf. Erst recht, als William Henry Fox Talbot in den 1840er Jahren das Negativ-Positiv-Verfahren entwickelte und so Fotos durch Negativabzüge vervielfältigt werden konnten. 1925 gab es dann die erste Kleinbildkamera von Leica, 1936 den Farbfilm. Und so nahm die Entwicklung ihren Lauf bis ich schließlich Weihnachten 1997 meine erste Kamera in der Hand hielt.

Warum analoge Fotografie so wichtig ist

Ed Sheeran brachte 2015 seinen Song „Photograph“ heraus, darin heißt es:

We keep this love in a photograph
We made these memories for ourselves
Where our eyes are never closing
Hearts are never broken
And time’s forever frozen, still

zu Deutsch:

Wir bewahren diese Liebe in einem Foto
Wir haben diese Erinnerungen für uns selbst gemacht
Dort, wo unsere Augen sich nie schließen
Unsere Herzen niemals gebrochen sind
Und die Zeit für immer eingefroren ist, noch immer

Besser könnte man die Funktion eines Bildes nicht beschreiben. Und damit diese Erinnerungen eben auch für immer verfügbar sind, sollte man sie an einem sicheren Ort aufbewahren. Der Technik traue ich persönlich nicht, dafür hat sie mich schon zu oft enttäuscht. Clouds können ein Datenleck haben, USB-Sticks können ebenfalls kaputt oder verloren gehen. Natürlich können auch analoge Fotos verschwinden oder gar verblassen.

Fotoalben können da Abhilfe schaffen. Tolle, digitale Möglichkeiten gibt es da bei den verschiedensten Anbietern wie zum Beispiel Cewe. Online kann man sein Fotobuch zusammenstellen und bekommt es dann analog zugesendet. Das klassische Buch zum Einkleben ist auch immer noch eine super Option, in der ganz viel Liebe und Handarbeit steckt.

Das eigentliche Warum

Und jetzt zu dem Warum: 2015 hat nicht nur Ed Sheeran dieses wunderschöne Lied herausgebracht, sondern ich habe auch einen sehr wichtigen Menschen verloren, meinen Papa. Ich musste schmerzlichst feststellen, dass ich kaum Bilder von ihm und mir gemeinsam habe, da meine Handys so oft den Geist aufgegeben haben und ich versäumt habe, sie anderweitig zu sichern. Aber das Bild von seiner unteren Kopfhälfte, das habe ich noch. Sein Lächeln, das ich eingefangen habe.

Was ich sagen möchte: Machen Sie Bilder, ganz viele. Drucken Sie sie aus, sammeln Sie sie. Und in ein paar Jahren sind Sie dankbar für einen ganz besonderen, festgehaltenen Moment.

 

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