Was bedeutet eigentlich „klimapositiv“?

HiPP und Henkel machen es vor: Sie versuchen bei der Herstellung eines Produktes nicht nur die entstandenen schädlichen Einflüsse auf die Umwelt auszugleichen, sondern der Umwelt durch Klimaschutzmaßnahmen noch mehr zurückzugeben. Hierbei spricht man von Klimapositivität. Wie sich Unternehmen engagieren können, erfahren Sie bei liv.biz.

14.04.2022 Lisa Müller 0 Kommentare 4 Likes
Der Natur mehr zurückgeben, als man verbraucht – das bedeutet klimapositiv.

Der Natur mehr zurückgeben, als man verbraucht – das bedeutet klimapositiv. onehundredseventyfive – pixabay.com

Die bekannte Babynahrung im Gläschen von HiPP wird bereits seit zehn Jahren klimaneutral produziert. Aber HiPP geht noch weiter: Es werde an einer steigenden Klimapositivität gearbeitet, heißt es auf der Unternehmensseite. Weiterhin wird versprochen, dass diese Klimapositivität auch für alle anderen Sortimentsbestandteile erreicht werden soll.

Die Gläschen sind schon jetzt klimapositiv, denn der über die gesamte Wertschöpfungskette kumulierte Emissionsausstoß von circa 319 Gramm pro Glas werde mit je circa 350 Gramm ausgeglichen. Diesen Ausgleich erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben durch den agrarwirtschaftlich wichtigen CO2-bindenden Humusaufbau, das Engagement in weltweiten Klimaschutzprojekten sowie die Initiation von Klimaschutzprojekten in den eigenen Lieferketten.

Auch Henkel stellt auf der Unternehmensseite anschaulich dar, wie die Produktion bereits bis 2030 klimapositiv werden soll. Das Unternehmen führt weiterhin aus, Partner entlang der Wertschöpfungskette bei der Einführung klimafreundlicher Innovationen sowie die Verbraucher beim Einsparen von Ressourcen im eigenen Haushalt unterstützen zu wollen – zum Beispiel durch Produkte, die weniger erhitztes Wasser benötigen.

Wie können sich mehr Unternehmen in dieser Weise engagieren?

HiPP und Henkel haben zur Definition und Umsetzung ihrer Klimaziele bereits vor Jahren begonnen, mit spezialisierten Partnern und Prüfinstituten zusammenzuarbeiten. Der CO2-Ausstoß wird so über jeden Abschnitt der Wertschöpfungskette ermittelt. Ein enormer Aufwand, den große Unternehmen deutlich einfacher stemmen können als mittlere und kleine.

Der Druck seitens der Politik und Verbraucherschaft wird indes nicht sinken, um das Ziel der maximalen Erderwärmung von 1,5 °C bis 2050 nicht zu überschreiten. Bisher waren die Anreize für Unternehmen gering. Und auch künftig dürfte nach allen bekannten Anzeichen, überwiegend mit gesetzlichen Erfordernissen gearbeitet werden, auf die sich die Unternehmen einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen sollten.

Das umstrittene Lieferkettengesetz als Nachhaltigkeitsturbo?

Nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, das bereits ab dem kommenden Jahr Unternehmen mit mehr als 3000 Mitarbeitern inklusive Leiharbeitern betreffen wird, muss ein Sorgfaltspflichtensystem eingerichtet werden. Dessen Grundstruktur orientiert sich an den Inhalten zur menschenrechtlichen Sorgfalt des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) und umfasst weitere Punkte – wie etwa die Bewertung aller in der Wertschöpfungskette tätigen Unternehmen sowie das Schaffen von Abhilfemaßnahmen bei Verstößen.

Hinlänglich bekannt ist, dass die menschenrechtswidrige Produktion häufig mit umwelt- und damit klimaschädlichen Praktiken einhergeht. Der Druck auf die Unternehmen ist groß, bietet aber gleichzeitig Chancen, den Vorreitern nachzuziehen und zu profitieren. Dass große Unternehmen bereits vor Jahren mit der Implementierung klimafreundlicher Maßnahmen begonnen haben, hat sich gelohnt – HiPP, DHL und weitere können dank frühzeitiger Investitionen in Klimaneutralität auch in dieser unsicheren Zeit ihre Kunden mit vergleichsweise großer Preisstabilität überzeugen.

Übrigens: Ein Unternehmen, das andere Firmen unterstützt, im Klimaschutz aktiv zu werden, ist ClimatePartner.

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