Wellpappen-Industrie schlägt Alarm

Schon gewusst? Zwei Drittel aller Transportverpackungen in Deutschland bestehen aus Wellpappe. In der Wellpappen-Industrie steigen seit 2020 die Preise aber so extrem, dass der Vorsitzende des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW), Dr. Steffen P. Würth, nun einen Appell ausspricht: Die Wellpappen-Industrie darf die dramatisch angestiegene Kostenlast nicht länger zu einem unverhältnismäßig hohen Anteil tragen!

16.09.2022 Julia-Marie Schüßler 0 Kommentare 2 Likes
Die Wellpappen-Industrie fürchtet den Herbst.

Die Wellpappen-Industrie fürchtet den Herbst. Foto: Roberto Sorin – unsplash.com

Der Preis für Wellpappe explodiert. Und das nicht erst seit Beginn der Ukraine-Krise: Das Gesamtpreisniveau für Wellpappenrohpapier sei von September 2020 bis Mai 2022 um insgesamt 85,3 Prozent gestiegen. „Im direkten Vergleich mit dem Preis unseres daraus hergestellten Produktes wird überdeutlich, wie weit sich die Schere hier geöffnet hat: Das Preisniveau für Wellpappe lag im Mai 2022 um 43,2 Prozent über dem Level vom September 2020 – die Papierpreiserhöhung hingegen fiel etwa doppelt so hoch aus“, sagt der Vorsitzende des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW), Dr. Steffen P. Würth.

Entwicklung der Preisindizes für Wellpappe und Wellpappenrohpapier.

Entwicklung der Preisindizes für Wellpappe und Wellpappenrohpapier. Grafik: VDW

Die Gründe: Laut Statistischem Bundesamt stieg der Preis für Stärke und Stärkeerzeugnisse von September 2020 bis Juli 2022 um 81,1 Prozent – stärkebasierter Leim wird für das Verkleben von Papierbahnen zur fertigen Wellpappe gebraucht. Außerdem nahmen die Kosten für Gas bei Abgabe an die Industrie von September 2020 bis Juli 2022 um 448,3 Prozent zu. Um 172 Prozent erhöhte sich hinzukommend der Strompreis in diesem Zeitraum, der Frachtkostenindex zeigt vom zweiten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2022 eine Steigerung von 18,3 Prozent.

Die Wellpappen-Industrie braucht Unterstützung

Und die Situation scheint sich in Zukunft nicht zu bessern: Wie viele andere Branchen kämpft auch die Wellpappen-Industrie weiterhin mit extrem erhöhten Rohstoff-, Transport- und Energiekosten, Unsicherheiten bezüglich einer generellen Energieversorgung in den kommenden Herbst- und Wintermonaten verschärfen die Lage. „Ein im Juli 2022 erstmals wieder verzeichneter geringfügiger Rückgang beim Gesamtpreis für Wellpappenrohpapier muss vor diesem Hintergrund als Tropfen auf dem heißen Stein bewertet werden. Er ändert nichts an der erheblichen Bedrängnis, in der sich unsere Branche seit geraumer Zeit befindet“, sagt Würth.

Diese Bedrängnis kann sich letztendlich auf alle Branchen auswirken: „Zwei Drittel aller Transportverpackungen in Deutschland bestehen aus Wellpappe – die im VDW organisierten Unternehmen leisten somit jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag dazu, dass Industrie, Handel sowie Verbraucherinnen und Verbraucher zuverlässig beliefert werden. Dieser Verantwortung wollen wir auch weiterhin gerecht werden. Im Gegenzug muss unsere Branche aber darauf zählen können, dass sie die insgesamt dramatisch angestiegene Kostenlast nicht länger zu einem unverhältnismäßig hohen Anteil trägt“, sagt Würth.

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