Wir brauchen mehr Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme!

Sind Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme der Schlüssel zu mehr Kundenzufriedenheit und zu einer besseren Entlastung des Personals im Einzelhandel? liv.biz-Geschäftsführer Jakob Seeber geht dieser Frage in "Geschichten aus dem Einzelhandel" nach.

03.09.2022 Jakob Seeber 0 Kommentare 2 Likes
Kassenloses Einkaufen

Kassenloses Einkaufen hat viele Vorteile. Foto: Simon Kadula –unsplash.com

Einkaufen ohne Schlange an der Kasse – geht das überhaupt? Ich für meinen Teil bezweifle das oftmals. Meistens will ich nur einen kleinen Einkauf tätigen, zum Beispiel Toilettenpapier, und finde mich in einer schier unendlich langen Menschenreihe vor der Kasse wieder. Angenehm ist das für den Kunden natürlich nicht.

Self-Checkoutsysteme sind besonders zu Stoßzeiten empfehlenswert

Fast genauso oft frage ich mich dann, warum es in meinen Supermärkten eigentlich noch keine Self-Checkoutsysteme gibt. Ich bin ein großer Fan von Self-Checkoutsystemen, weil sich nicht nur die Wartezeit verkürzt, sondern ich auch einfach etwas selbst erledigen kann. Ähnlich wie beim IKEA-DIY-Effekt habe ich im Allgemeinen eine höhere Wertschätzung für etwas, wenn ich selbst beteiligt bin – in diesem Fall beim Scannen und Bezahlen meiner Produkte. Hier gehen die Meinungen wahrscheinlich etwas auseinander. Wie liv.biz bereits berichtet hat, gibt es auch Kunden, die den sozialen Kontakt an der Kasse bevorzugen. In den Niederlanden ist man sogar so weit gegangen, extra „Plauderkassen“ zu installieren.

Trotzdem bin ich für den verstärkten Einsatz von Self-Checkoutsysteme, vor allem, wenn der Laden voll ist. Die Kunden haben etwas zu tun und die Kassierer werden entlastet. Vorausgesetzt, die Kunden kommen mit dem Self-Checkoutsystem zurecht.

Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme seit 2019 mehr als verdoppelt

Deshalb habe ich mir das einmal genauer angeschaut und herausgefunden, dass der deutsche Einzelhandel sich bereits mit diesem Thema beschäftigt. Laut einer Studie vom EHI Retail Institute hat sich die Zahl der Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme seit 2019 mehr als verdoppelt (siehe Grafik).

Aufwärtstrend bei Self-Checkout. Grafik: Statista – https://de.statista.com/infografik/26207/anzahl-der-einzelhaendler-die-self-checkout-bzw-scanning-systeme-nutzen/

Aufwärtstrend bei Self-Checkout. Grafik: Statista – https://de.statista.com/infografik/26207/anzahl-der-einzelhaendler-die-self-checkout-bzw-scanning-systeme-nutzen/

Die Zahlen sehen zunächst vielversprechend aus. Setzt man sie aber ins Verhältnis, ist man aber eigentlich eher negativ überrascht. Laut der IFH Köln gab es 2019 in Deutschland 352.900 Einzelhandelsgeschäfte. Davon entfallen rund 34.947 Läden auf den deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Im Jahr 2021 haben insgesamt 2.302 Geschäfte entweder Self-Checkout- oder Self-Scanning-Systeme eingesetzt. Gemessen an der Gesamtzahl der Filialen, aber auch gemessen an der Anzahl der Filialen im LEH, gibt es also noch ein großes Potenzial für Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme im deutschen Einzelhandel. Mein Appell an jeden Einzelhändler: Bitte installieren Sie mehr Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme oder können wir den Checkout-Prozess vielleicht ganz ersetzen? 

Meine Frage an Sie, liebe Einzelhändler und Kunden, lautet: Was halten Sie von Self-Checkout- und Self-Scanning-Systemen? Bringen diese Systeme Erleichterung oder sogar das Gegenteil? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar dazu! 

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